SC Freiburg

Ein Zeichen des Fortschritts – SC-Frauen besiegen Potsdam erneut

Eyüp Ertan

Von Eyüp Ertan

So, 28. März 2021 um 21:00 Uhr

SC Freiburg

Die Fußballerinnen des SC Freiburg gehen auch in der Bundesliga gegen Turbine Potsdam als Siegerinnen vom Platz, diesmal gewinnen sie nicht spektakulär 6:3, sondern 1:0.

Eine Woche vor dem Pokal-Halbfinale in Frankfurt (Samstag, 13 Uhr) ist den Fußballerinnen des SC Freiburg gegen Turbine Potsdam erneut ein Sieg gelungen – dieses Mal im Bundesligabetrieb. Eine Woche nach dem fulminanten 6:3-Heimsieg und dem Halbfinal-Einzug im Cup-Wettbewerb setzten sich die Freiburgerinnen mit 1:0 (0:0) durch.

Der neuerliche Sieg gegen Potsdam – er kann als ein Zeichen des Fortschritts interpretiert werden. Im erneut leeren Möslestadion konnten sich die Spielerinnen von Daniel Kraus gegen den Tabellenvierten aus Potsdam in einem äußert umkämpften und in Teilen hart geführten Spiel knapp durchsetzen – und das nicht unverdient. Dass die Freiburgerinnen nach 90 Minuten dank des Treffers von Hasret Kayikci (80.) ihren zweiten Sieg über Potsdam binnen sieben Tagen feiern durften, hat viel damit zu tun, wie sich das Team von Daniel Kraus in den vergangenen Wochen und Monaten zu einer Einheit entwickelt hatte. Spielerische Unzulänglichkeiten, die auch am Sonntag immer wieder punktuell vorkamen, werden von den Freiburgerinnen mit umso größerem Einsatz wettgemacht. Das Team, das erneut nach Abpfiff feierte und im sonnendurchfluteten Möslestadion beisammensaß, macht einen geschlossenen Eindruck. Gegen Potsdam fehlte aus bekannten Gründen Stefanie Sanders im Freiburger Kader; die Stürmerin hatte am Montag den Verein gen Rosengard zum Champions-League-Viertelfinalisten verlassen dürfen. Im 4-3-3-System durfte für sie Mia Büchele anfangen, Hasret Kayikci rutschte nach vorne in die Sturmspitze.

Gegen die Brandenburgerinnen entwickelte sich vom Anpfiff weg das erwartete Spiel – die Gäste aus Potsdam agierten mit Wut und Wucht ob des verlorenen Pokalviertelfinals. Entsprechend wurde die Partie geführt, nach einer frühen Kayikci-Chance (5.) waren es vor allem die Gäste, die mit aggressivem Pressing, kompakter Defensive und zielstrebigem Umschaltspiel die Partie dominierten. Schiedsrichterin Christina Biehl gab in einem intensiven Spiel mehrfach keine glückliche Figur ab – wiederholt zog sie berechtigt den Unmut beider Trainer auf sich, auch die Spielerinnen auf dem Feld zeigten sich ob der Entscheidungen irritiert. Kurz vor dem Halbzeitpfiff scheiterte Potsdams Spielerin Selina Cerci an Freiburgs Torhüterin Lena Nuding aus kurzer Distanz.

Steigerung in der zweiten Halbzeit

"Wir sind ein wenig ungeduldig geworden am Anfang, hatten keine gute Passschärfe hinten zwischen den Innenverteidigerinnen und auf der Sechs. Wir sind teilweise zu hektisch geworden und haben zu viele Ballverluste gehabt", sagte SC-Coach Daniel Kraus über den ersten Durchgang und resümierte: "Potsdam war uns in Halbzeit eins überlegen."

Zur zweiten Halbzeit brachte Kraus in Kim Fellhauer eine das Mittelfeld stabilisierende Spielerin, die ebenfalls eingewechselte Marie Müller konnte offensive Akzente setzen. Auf Freiburger Seite überzeugten zudem wieder einmal die seit Wochen formstarken Janina Minge sowie Erleta Memeti. Beiden Teams war anzumerken, dass sie sich mit der Punkteteilung nicht zufriedengeben würden – Hasret Kayikci war es, die mit einem platzierten Schuss den Freiburgerinnen die drei Zähler bescherte (80.).

Auf das kommende Halbfinale angesprochen, sagte SC-Coach Kraus: "Die Mannschaft hat einen tollen Charakter, wir sind sehr demütig. Wir haben aus Rückschlägen gelernt und ich glaube, dass wir in Frankfurt 110 Prozent zeigen müssen – es herrscht nach den zwei Siegen jetzt maximale Vorfreude."

Die Ortenauer Erstliga-Fußballerinnen aus dem Willstätter Ortsteil Sand hielten sich beachtlich bei der 1:3 (0:2)-Heimniederlage gegen den deutschen Serienmeister VfL Wolfsburg. Für den SC Sand traf Chiara Loos zum Zwischenstand von 1:2 (50.).

Freiburg spielte mit: Nuding – Karl, Stegemann, Knaak, Vojteková (Steuerwald) – Büchele (46. Fellhauer), Minge, Starke – Buser (46. Müller), Kayikci (90. Zicai), Memeti.