Universitätsklinik

"Erstmal weiche Knie": Leibnizpreis geht an Freiburger Neuropathologen

Katharina Meyer

Von Katharina Meyer

Do, 05. Dezember 2019 um 15:36 Uhr

Bildung & Wissen

Einer der höchsten deutschen Forschungspreise geht nach Freiburg: Marco Prinz, der Ärztliche Direktor des Instituts für Neuropathologie am Uniklinikum Freiburg, erhält den Leibnizpreis.

Marco Prinz erhalte den Gottfried-Wilhem-Leibniz-Preis für seine herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Neuroimmunologie, die zu einem grundlegend neuen Verständnis der Immunantwort im Gehirn geführt hätten, heißt es in der Begründung der DFG. Der von der deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) verliehene Preis ist mit 2,5 Millionen Euro dotiert.

In der Forschung geht es um Krankheiten wie Alzheimer

"Seine Entdeckungen haben das bisherige Bild einer überaus heterogenen Population von Immunzellen im Gehirn in Richtung distinkter Zelltypen und Signalwege präzisiert", so die DFG weiter. Prinz’ Forschung weise den Weg zu neuen Behandlungsmöglichkeiten entzündlicher und neurodegenerativer Krankheiten im Zentralnervensystem, heißt es weiter. Die von ihm erforschten Mikroglia-Zellen werden mit der Entstehung von Krankheiten wie Alzheimer in Verbindung gebracht.

"Als ich den entscheidenden Anruf erhielt, hatte ich erst einmal weiche Knie." Marco Prinz
"Als ich den entscheidenden Anruf erhielt, hatte ich erst einmal weiche Knie", wird der 49-jährige Neuropathologe in einer Mitteilung der Uniklinik zitiert. Er fühle sich geehrt. Und: "Der Preis hilft, die Forschung im Bereich Neuroimmunologie auf international höchstem Niveau am Standort Freiburg weiter voranzubringen", so der Preisträger weiter. Nach seinem Medizinstudium in Berlin und Postdoc-Aufenthalten unter anderem am Unispital Zürich folgte Prinz 2008 einem Ruf nach Freiburg. Zuletzt war im Jahr 2009 ein Leibniz-Preis an die Uni Freiburg gegangen.

Auch eine Forscherin aus Konstanz erhält einen der zehn Leibnizpreise 2020: Ausgezeichnet wurde dort die 60 Jahre alte Literaturwissenschaftlerin Juliane Vogel. Das Preisgeld können die Ausgezeichneten bis zu sieben Jahre lang nach eigenen Vorstellungen für ihre Forschungen verwenden.

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