Erstmals wieder drei Millionen Arbeitslose
Erstmals seit über zehn Jahren sind in Deutschland wieder mehr als drei Millionen Menschen arbeitslos. Kanzler Friedrich Merz erklärt die Beschäftigung zur zentralen Aufgabe der Regierung.
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In Südbaden ist die Arbeitslosenquote in Lörrach mit 5,6 Prozent am höchsten. Dahinter folgt Kehl mit 5,5 Prozent. Am niedrigsten ist die Quote in Hausach mit 3,0 Prozent. In Oberkirch beträgt die Quote 3,2 Prozent, in Emmendingen 3,3 Prozent.
Die steigende Zahl der Arbeitslosen in Deutschland verdeutlicht aus Sicht von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), wie notwendig Reformen für mehr Wachstum und Erwerbsfähigkeit sind. "Darauf wird sich die Bundesregierung konzentrieren", sagte Merz am Rande der deutsch-französischen Ministergespräche in Toulon. Eine Sprecherin von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sagte, es müsse schnell für stabile Rahmenbedingungen gesorgt werden. Sie nannte die Senkung der Energiepreise, die Sicherung von Fachkräften und den Abbau von Bürokratie.
Union und SPD wollen angesichts des Anstiegs der Arbeitslosigkeit einen Kurs für mehr Wirtschaftswachstum vorantreiben. Drei Millionen Erwerbslose seien eine Wegmarke, an der alle sehen könnten, in welcher schwierigen Lage Deutschland im dritten Jahr in der Rezession sei, sagte Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) am Rande einer Klausur der Fraktionsspitzen von CDU/CSU und SPD in Würzburg. Wieder Wachstum zu schaffen, sei ein Schwerpunkt des Koalitionsvertrags. Spahn nannte unter anderem steuerliche Anreize für Investitionen und Entlastungen bei Energiekosten.
SPD-Fraktionschef Matthias Miersch sagte, bei der Entbürokratisierung müsse die Regierung liefern, etwa bei Berichtspflichten für Unternehmen. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann wies auf beschlossene deutlich höhere Investitionen etwa in die Infrastruktur hin, die der Wirtschaft ebenfalls helfen sollen.
Die Fraktionsspitzen von Union und SPD wollen in Würzburg politische Schwerpunkte für den Herbst abstecken. Nach einigen Streitigkeiten soll zudem eine bessere gemeinsame Basis für die Regierungsarbeit erreicht werden.
Wer Arbeit hat, hat derweil mehr Geld in der Tasche: Im zweiten Quartal dieses Jahres stiegen die Löhne dem Statistischen Bundesamt zufolge mit 4,1 Prozent erneut stärker als die Verbraucherpreise. Daraus ergibt sich eine Reallohnsteigerung um 1,9 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Kaufkraftverluste vor allem aus den Jahren 2022 und 2023 werden somit zunehmend ausgeglichen.
Die Inflation legte zwar auch zu, liegt aber weiter deutlich unter den Lohnsteigerungen. Die Verbraucherpreise lagen im August um 2,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilt. Für Juni und Juli hatten die Statistiker noch je eine Inflationsrate von 2,0 Prozent errechnet. Von Juli auf August stiegen die Preise um 0,1 Prozent.