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Es lebe der Todesstreifen

Sebastian Kretz

Von

Mo, 09. November 2009 um 16:25 Uhr

Deutschland

Die Stasi beobachtete sie, und sie beobachteten Vögel: zwei Naturschützer aus Ost und West. Die beiden verbindet ein Grünes Band / Von Sebastian Kretz

So nah kamen sie der Grenze früher nic...s) und zwischen ihnen das Grüne Band.   | Foto: Sebastian Kretz
So nah kamen sie der Grenze früher nicht: Gunter Berwing (links), Kai Frobel (rechts) und zwischen ihnen das Grüne Band. Foto: Sebastian Kretz
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Zwischen Erlen plätschert die Föritz von Sichelreuth nach Schwärzdorf hinunter, begleitet von Nachtschwalben, umschwirrt von Libellen. In ihrem sandigen Grund verstecken sich Bachmuscheln. Ein Idyll – mit Risiko. So jedenfalls vor 35 Jahren, als Kai Frobel begann, in der Föritz nach Muscheln zu suchen. Leicht passierte es dann, dass er versehentlich das Gebiet des Warschauer Pakts betrat. Denn mitten durch das Rinnsal verlief die Grenze zwischen BRD und DDR, Kapitalismus und Kommunismus: Die Grenze zwischen zwei verfeindeten Systemen.
Sie war die bestbewachte Grenze der Welt, nach Osten ausgebaut mit Wachtürmen, Minenfeldern und Zäunen, die Alarm schlugen, wenn einer drüberkletterte, zeitweise sogar mit Selbstschussanlagen. Die Grenzer hatten Befehl, auf Flüchtlinge zu schießen. Und sie schossen oft, mindestens 400-mal töteten sie dabei. Diese Grenze war praktisch unüberwindbar. Jedenfalls für Menschen. Im Westen allerdings, vor dem Zaun, war der schmale ...

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