Forschen im Rohbau

Michael Brendler

Von Michael Brendler

Sa, 06. Dezember 2008

Bildung & Wissen

Was macht eigentlich die Exzellenzinitiative? Ein Baustellenbesuch an der Freiburger Universität / Von Michael Brendler

Der erste Kandidat ist ein Russe. Etwas linkisch hantiert er zunächst an seinem Apple-Computer herum. Ersetzt den einen Pfeil in der Powerpointfolie hier durch einen anderen dort. Verschiebt noch eine Grafik um ein paar Millimeter nach rechts. Alles Übersprungshandlungen natürlich, wie der Psychologe sagen würde, aber irgendetwas muss man ja machen, wenn man in einem Saal steht, noch nicht loslegen darf und trotzdem schon von 20 Zuhörern kritisch gemustert wird. Menschen, die nach dem Vortrag den Daumen heben oder senken werden und damit über das eigene berufliche Schicksal entscheiden. Ziemlich viele Richter für ein Bewerbungsgespräch also und dass sich auch Professoren eingefunden haben, ist ebenfalls nicht dazu angetan, dem Bewerber die Nervosität zu nehmen.

Schließlich haben Uhr und Dekan ein Einsehen und Ralf Reski steht auf, stellt Viktor Sourjik vor und das Rennen um die neue Freiburger Professur für Synthetische Biologie ist eröffnet. Sieben vom großem Karrieresprung träumende, junge Wissenschaftler gehen an den Start. Allein um dort hinzukommen, haben sie in einem harten Ausscheidungswettkampf 31 Bewerber durch ihre besseren Fachartikel, höher dotierten Forschungspreise oder fleißiger eingeworbenen Forschungsgelder ausstechen müssen. Nun sollen sie beim so genannten Vorsingen in einer Vorlesung für sich werben.

108 Millionen Euro hat die frisch gekürte Elite-Universität im Exzellenzwettbewerb gewonnen. Die müssen nun angelegt werden. In vier Jahren soll der nächste Wettbewerb ausgeschrieben werden. Bis dahin gilt es wissenschaftlich nach vorne zu kommen, um 2012 nicht das Nachsehen zu haben.
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