7-Tage-Inzidenz

Freiburg, Breisgau und die Ortenau sind jetzt Corona-Hotspots

Joachim Röderer, Carolin Buchheim, Konstantin Görlich, Joshua Kocher

Von Joachim Röderer, Carolin Buchheim, Konstantin Görlich & Joshua Kocher

Di, 20. Oktober 2020 um 17:21 Uhr

Südwest

Freiburg hat bei der 7-Tage-Inzidenz die 50er-Marke überschritten und gilt nun als Hotspot. Gleiches gilt für den Kreis Breisgau-Hochschwarzwald und den Ortenaukreis. Weitere Beschränkungen gibt es vorerst nicht.

Erst seit Samstag gilt in Freiburg eine neue Allgemeinverfügung mit strengeren Regeln, etwa mit einer Maskenpflicht auf dem Münstermarkt und den Wochenmärkten. Die könnte nun erneut verschärft werden, denn Freiburg weist nach den neuesten Zahlen des Landesgesundheitsamtes vom Dienstagabend nun eine 7-Tage-Inzidenz von 58 Fällen je 100.000 Einwohner und Woche auf.

Damit hat die Stadt den Schwellenwert von 50 überschritten – und gilt somit als Corona-Hotspot. Genauso der Kreis Breisgau-Hochschwarzwald. Dieser weist am Dienstag einen Wert von 59,2 je 100.000 Einwohner und Woche auf. Auch die Ortenau hat am Dienstag den Grenzwert von 50 Fällen auf 100.000 Einwohner mit 51,7 überschritten – zumindest laut Statistik des örtlichen Gesundheitsamt, das angibt, dass seine Zahlen verbindlich seien (das Landesgesundheitsamt meldet einen Wert von 48,7).



Verschärfte Regelungen soll es aber unmittelbar in keinem der Kreise geben – weder in Freiburg, im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald noch in der Ortenau. Im Ortenaukreis stünden nur eine Sperrstunde um 23 Uhr für Gastronomiebetriebe sowie ein generelles Außenabgabeverbot von Alkohol zur Diskussion, so Landrat Frank Scherer.

In Freiburg tagte am Dienstagmorgen der Corona-Krisenstab. Fragen dazu, wie es in der Stadt weitergeht, werden Oberbürgermeister Martin Horn und Uniklinikchef Frederik Wenz am Mittwoch, 21. Oktober, 10 Uhr im BZ-Talk live beantworten.

Das Land hat am Wochenende die Pandemiestufe 3 ausgerufen und verschiedene Maßnahmen angeordnet. Die Hotspot-Einstufung ermöglicht den einzelnen Stadt- und Landkreisen weitere, schärfere Maßnahmen zu treffen, wie es beispielsweise Stuttgart mit einem nächtlichen Alkoholverbot bereits getan hat. Auch eine nächtliche Ausgangssperre wäre möglich.

Der Kreis Lörrach hat nach eigenen Angaben am Dienstag die Grenze von 35 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohnern gerissen (37,1). Das Landesgesundheitsamt beziffert die 7-Tage-Inzidenz hingegen auf 34,1.

Das Gesundheitsamt in Freiburg kommt derweil durch die steigenden Fallzahlen in Stadt- und Landkreis bei der Kontaktnachverfolgung immer mehr an seine Grenzen. Am Montag wurde bekannt, dass fünf Soldaten der Deutsch-Französischen Brigade aus Müllheim mittlerweile im Gesundheitsamt bei der Kontaktverfolgung von Corona-Infizierten helfen.

Auch in Offenburg sind sechs Soldaten vom Versorgungsbataillon aus Müllheim im Einsatz. Das Jägerbataillon aus Donaueschingen, das ebenfalls zur Brigade zählt, hilft mit 60 Soldaten in Stuttgart bei der Kontaktnachverfolgung von Coronainfizierten.

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