Kundgebungen

Freiburg erwartet ein weiteres Wochenende großer Corona-Demonstrationen

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Fr, 14. Januar 2022 um 11:00 Uhr

Freiburg

Die Freiburger Innenstadt wird am Samstagnachmittag Schauplatz zweier großer Demonstrationen zum Thema Corona werden. Den Maßnahmengegnern steht das neue Bündnis Freivac gegenüber.


Die Maßnahmengegner haben erneut einen Protestzug angemeldet. Sie erwarten 7500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Auf dem Platz der Alten Synagoge organisiert das neue Bündnis Freivac eine Gegenkundgebung unter der Überschrift "Gemeinsam gegen Verschwörungsideologie, Antisemitismus und Corona-Verharmlosung".

Die Gruppe "Freisein Freiburg" trifft sich um 14 Uhr am Friedrichring. Demonstriert wird laut Veranstalter für die Grundrechte, für die freie Impfentscheidung, eine juristische Aufarbeitung der Corona-Politik, den Schutz aller Kinder und die Freiheit.

Münstermarkt endet bereits um 13.30 Uhr

Die Veranstalter rechnen mit 7500 Protestierenden, wie Mitorganisator Malte Wendt auf dem Telegramkanal von Freisein Freiburg ankündigte. Am vergangenen Wochenende waren rund 6000 Maßnahmengegner gezählt worden.

Die Demonstration führt nach Mitteilung der Stadtverwaltung über Friedrichstraße und Friedrichring zum Europaplatz von dort via Leopold-, Schlossberg- und Greiffeneggring über Dreisam- und Schreiberstraße, B 31 und dann Schnewlinstraße und Bismarckallee zurück zum Startort. Mit starken Verkehrsbehinderungen ist zu rechnen. Der B 31-Tunnel von Osten ist stadteinwärts gesperrt. Wegen der zu erwartenden Staus schließt der Münstermarkt am Samstag bereits um 13.30 Uhr.

Die Freiburger Stadtbau weißt darauf hin, dass es an den Ein- und Ausfahrten der von ihr betriebenen Parkhäuser zwischen 10 Uhr und 18 Uhr zeitweise zu Sperrungen kommen kann. Zu den Parkhäusern der Stadtbau zählen unter anderem die Schlossberg-, die Schwabentor-, die Konzerthaus- und die Bahnhofsgarage sowie die Tiefgarage der Volksbank in der Bismarckallee.

Das Bündnis Freivac erwartet zur Gegendemo um 13.30 Uhr auf dem Platz der Alten Synagoge rund 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Den Aufruf haben zahlreiche politische Gruppierungen, Bundes- und Landtagsabgeordnete und auch Gemeinderätinnen und -räte unterschrieben. Auf der Kundgebung gilt die 2G-Regel. Das Bündnis rät allen, die teilnehmen wollen, möglichst vorher noch einen Schnelltest zu machen. Außerdem wird gebeten, eine FFP-2-Maske zu tragen. Wegen der stark steigenden Infektionszahl raten die Veranstalter, dass die Teilnehmer mit dem Rad oder zu Fuß und nicht mit dem ÖPNV in die Stadtmitte kommen. Auf Abstand werde geachtet. "Man kann davon ausgehen, dass unser Publikum geboostert ist", sagt Demoorganisator und Altstadtrat Sebastian Müller.

Polizei wird mit großem Aufgebot vor Ort sein

Die Polizei werde wie an den Samstagen davor mit großem Aufgebot vor Ort sein, so Polizeisprecherin Laura Riske. Wichtigstes Ziel: die beiden Kundgebungen voneinander getrennt zu halten. Der Freiburger Einzelhandel gibt sich besorgt. Am vergangenen Samstag sei der Kundenstrom abgerissen, die Umsätze seien katastrophal gewesen, so Lena Sutter-Kiefer von der Vereinigung z’Friburg in der Stadt. Für die ohnehin durch die Pandemie schwer gebeutelte Branche sei der Abbruch der Kundenfrequenz "wie ein Samstags-Lockdown gewesen", so Sutter-Kiefer. Sie hofft, dass Kunden auf andere Einkaufstage ausweichen.

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