NS-Vergangenheit und Sexeskapaden

Der Erzbischof und seine Feinde – "Gröber-Dossier" birgt brisanten Inhalt

Klaus Riexinger

Von Klaus Riexinger

Mo, 19. November 2018 um 17:22 Uhr

Freiburg

Der Sonntag Ein Dossier bringt den wegen seiner Nähe zum NS-Regime ohnehin belasteten früheren Freiburger Erzbischof Conrad Gröber auch wegen angeblicher sexueller Eskapaden in Misskredit. Der Fall hat das Potenzial eines Krimis.

Ein Stapel mit 230 Seiten Verhörprotokollen, Abschriften von Briefen und Berichten sorgt seit eineinhalb Jahren für Rätselraten im Erzbistum Freiburg. Es geht um das sogenannte "Gröber-Dossier", das brisanten Inhalt birgt und den wegen seiner Nähe zum NS-Regime ohnehin belasteten früheren Freiburger Erzbischof Conrad Gröber auch wegen angeblicher sexueller Eskapaden weiter in Misskredit bringt. Woher stammen die Dokumente? Wie sind sie zu bewerten?

Auf das Dossier gestoßen ist der Heidenheimer Historiker Wolfgang Proske. Nach seiner Lesart belegen die Dokumente aus dem Französischen Zentralarchiv La Courneuve bei Paris, dass Gröber seine Stellung als katholischer Seelsorger, der dem Zölibat verpflichtet war, missbrauchte, indem er intime Beziehungen zu rat- und hilfesuchenden Frauen einging. Veröffentlicht hat Proske die Erkenntnisse in der von ihm herausgegebenen Buchreihe "Täter, Helfer, Trittbrettfahrer". Vor allem in Gröbers Geburtsstadt Meßkirch löste Proskes Aufsatz 2017 eine so heftige Debatte aus, dass sich der Gemeinderat entschied, sich in einer wissenschaftlichen Tagung mit dem Fall zu befassen.

Am gravierendsten: der Fall Irene Fuchs
Die fand nun statt. Auf der Tagung am vergangenen Wochenende mit elf Referaten zu Gröber, dem Erzbischof Joannes Baptista Sproll als Gegner der Nazis und dem Historischen Erinnern nannte Proske weitere ...

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