Ein Platz in der Sonne

Andreas Frey

Von Andreas Frey

Mi, 10. Oktober 2012

Freiburg

Nur selten arbeiten Stadtplaner und Klimaforscher zusammen – und streiten jetzt über die Folgen des Umbaus des Platzes der Alten Synagoge.

Das Laub ist welk, die Schatten werden länger. Die Mittagssonne brät nicht, sie wärmt. Und angenehm, fast golden, liegt er da, der Platz der Alten Synagoge zwischen Theater und Universität an einem schönen Herbsttag.

Einzig die Bauarbeiten stören. Bagger sind angerückt, Straßen werden aufgeschlitzt – der große Umbau ist im Gange. Freiburg soll – Green City hin oder her – urbaner werden. Dafür müssen Rasen und auch Bäume weichen. In knapp zwei Jahren wird die Motorsäge anrücken. Die Stadtplaner lassen zwar weniger Platanen und Kastanien fällen als ursprünglich geplant. Aber die in etwa gleich vielen Neupflanzungen spenden erst mal weniger Schatten. Und aus Rasen wird Granit.

Die Neugestaltung des Platzes war von Anfang an ein Politikum. Kritiker sprechen von einem "Backofen", den man sich da in der wärmsten Stadt Deutschlands baue. Der Meteorologe Andreas Matzarakis von der Universität Freiburg sagt: "Im Sommer wird es auf dem Platz teilweise unerträglich heiß." In einer Studie, die im Dezember 2011 vorläufig erschien und kürzlich im Tagungsband "Advances in Meteorology, Climatology and Atmospheric Physics" veröffentlicht wurde, hat er berechnet, dass die sogenannte physiologisch äquivalente Temperatur (PET) – ein ähnliches Maß wie die gefühlte Temperatur – nach dem Umbau des Platzes um bis zehn Grad zunehmen wird. Zudem wird sich der Zeitraum, in dem Hitzestress auftreten kann, von drei auf fünf Monate ausdehnen, und die heißen Tage werden ...

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