BZ-Weihnachtsaktion

Freiburger Mutter ohne Krankenversicherung muss Kosten für Kaiserschnitt selbst bezahlen

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Do, 03. Dezember 2020 um 14:00 Uhr

Freiburg

Ein Paar sitzt nach der Geburt seines Kindes auf einem Schuldenberg und braucht dringend finanzielle Unterstützung. Wir erzählen seine Geschichte anlässlich der BZ-Aktion Weihnachtswunsch.

Seit ihr kleiner Sohn vor zwei Monaten geboren wurde, sitzen Vera W.* und Max Z.* auf einem Schuldenberg: Sie müssen mehr als 5000 Euro für die Kaiserschnitt-Geburt bezahlen. Denn Vera W. stammt aus einem Land, das nicht zur EU gehört, und hatte während der Geburt keinen legalen Aufenthaltsstatus – und damit keine Krankenversicherung.

Bis Vera W. schwanger wurde, hat sie sich irgendwie durchgeschlagen: Sie war immer gesund, so war es kein Problem, dass sie keine Krankenversicherung hatte. Doch mit der Schwangerschaft begannen die Sorgen: Wie sollte sie die Geburt hinbekommen? Mit Max Z., Anfang 30, ist sie seit drei Jahren zusammen. Sie freuen sich über ihr Kind und würden gern heiraten. Doch dafür müsste Vera W. erst in ihr Heimatland zurückkehren. Das alles würde viel Geld kosten und wäre in Corona-Zeiten schwierig.

Das Paar suchte Hilfe bei der Initiative Medinetz. Dort werden Menschen ohne gültigen Pass an Ärztinnen und Ärzte vermittelt, die sie kostenlos oder günstig behandeln. So hätten sie eine Frauenärztin gefunden, erzählt Max Z.

Die beiden sind von der Finanzierung überfordert

Die Geburt wurde schwierig, die Ärzte entschieden sich für einen Kaiserschnitt. Jetzt müssen die Eltern die Kosten bezahlen. Sie hoffen, dass sich durch ihr Kind zumindest Vera W.s Aufenthaltsprobleme lösen werden: Da Max Z. Deutscher ist und als Vater des Babys das Recht hat, es regelmäßig zu sehen, können sie eine Familienzusammenführung beantragen. Dann könnte Vera W. legal hier leben, und das Sozialamt würde wohl die Summe für die Geburt übernehmen. Die Klärung wird allerdings noch eine Weile dauern.

Max Z. und seine Partnerin sind von der Finanzierung überfordert. Denn er lebt mit Arbeitslosengeld II und ist auf Jobsuche. Er wuchs er in einem Kinderheim auf, nach dem Hauptschulabschluss begann er zwei Ausbildungen, bei beiden gab er auf, als Probleme auftauchten.

Danach jobbte er, unter anderem als Lagerist. Inzwischen ist er sicher, dass ihm die Arbeit als Hausmeister gefallen würde. Doch dafür bräuchte er den teuren Führerschein: "Das ist ein großes Problem." Am liebsten würde er mit Partnerin und Baby zusammenziehen, doch auch dafür fehlt das Geld. Vera W. will sich jetzt um ihr Kind kümmern und später Arbeit suchen. Erstmal aber braucht das Paar finanzielle Unterstützung.

*Namen geändert
Aktion Weihnachtswunsch: Spendenkonto Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau, IBAN: DE77680501010002399506, BIC: FRSPDE66XXX. Stichwort "Aktion Weihnachtswunsch". Gezielte Spenden sind nicht möglich, alles fließt in einen Topf, aus dem dann Zuschüsse verteilt werden. Sachspenden können aus organisatorischen Gründen leider nicht entgegengenommen und vermittelt werden.