Frühere Spitze der BVB wird angeklagt

sda

Von sda

Fr, 10. Januar 2020

Basel

Basler Behörde ermittelte lange.

BASEL (sda). Die baselstädtische Staatsanwaltschaft hat beim Strafgericht Anklage gegen drei ehemalige Geschäfts- und Verwaltungsratsmitglieder der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) wegen Verdachts der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung erhoben. Die mutmaßliche Deliktsumme beläuft sich auf rund 300 000 Franken.

Nach jahrelangen Ermittlungen hat die Basler Staatsanwaltschaft die Verfahren gegen acht Beschuldigte des Verwaltungsrates beziehungsweise der Geschäftsleitung der BVB abgeschlossen, die sie im Rahmen des Berichts der Finanzkontrolle vom Dezember 2013 aufgenommen hatte. Letztere hatte den ehemaligen Spitzenleuten vorgeworfen, Gesetze und Verordnungen nicht eingehalten und Kompetenzen überschritten zu haben. Zudem kritisierte sie mangelnde Sensibilität bei der Verwendung öffentlicher Gelder.

Gegen fünf Beschuldigte wurden die wegen Verdachts der Untreue beziehungsweise der ungetreuen Amtsführung geführten Verfahren mangels Beweise eingestellt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Gegen drei ehemalige Mitglieder des Verwaltungsrates respektive der Geschäftsleitung wurde jedoch wegen Verdachts der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung Anklage erhoben. Die Ermittlungen hätten sich als aufwändig gestaltet, heißt es in der Mitteilung. Dies insbesondere, weil die "umfangreichen Dokumente größtenteils nicht sachdienlich geordnet abgelegt waren".

Millionenaufträge unter der Hand vergeben

Gegen wen konkret Anklage erhoben wurde, will die Staatsanwaltschaft auf Anfrage nicht bekanntgeben. Im Bericht der Finanzkontrolle waren aber vor allem der damalige BVB-Direktor Jürg Baumgartner, sein Vize sowie Verwaltungsratspräsident Martin Gudenrath im Fokus gestanden. Gudenrath trat daraufhin zurück. Baumgartner kündigte kurze Zeit später seinen Rücktritt an, wurde aber entlassen, nachdem bekannt wurde, dass er auch Mitarbeiterinnen belästigt haben soll. Auch der Vizedirektor musste kurze Zeit später gehen. Die Finanzkontrolle beanstandete unter anderem die Nutzung eines Dienstwagens und einer Dienstwohnung durch den damaligen Direktor ohne rechtliche Grundlage. Als Dienstwagen nutzte Baumgartner einen VW im Wert von 67 000 Franken. Zudem hatten die BVB unter seiner Federführung Aufträge in Millionenhöhe unter der Hand vergeben.