Gesundheit

Krankenhaus-Architektur muss nicht grau und trist sein

Frederik Jötten

Von Frederik Jötten

Mo, 25. April 2016 um 08:04 Uhr

Gesundheit & Ernährung

Grauer Linoleum-Boden, Schläuche, kahle Wände: Das muss nicht sein. Im Gegenteil: Gute Krankenhaus-Architektur kann zur Genesung beitragen – und rechnet sich langfristig.

Im Virchow-Klinikum der Charité Berlin Iiegt, nur eine Tür entfernt von der Gegenwart, die Zukunft des Krankenhausbaus. Rechts der Tür im Jetzt der mitteleuropäischen Intensivstation: grauer Linoleum-Boden, ein Raum, so groß wie eine Gymnastikhalle. An einer Wand steht ein Krankenbett – vor lauter Geräten neben dem Bett und Schläuchen kann man das Gesicht des Patienten nicht erkennen. Von den kahlen Wänden hallt das Blubbern und Zischen des Beatmungsgeräts wider. Überwachungsgeräte piepsen. Die Decke des Raums ist verkleidet mit weißen Platten, in die Tausende Löcher gestanzt sind – ein Detail, dessen Wichtigkeit nur derjenige ermessen kann, der sich einmal ausgiebig mit Intensivpatienten unterhalten hat.

"Wir wollen unsere Patienten nicht erschrecken." Claudia Spies Öffnet man dagegen die Tür zur Intensivstation der Zukunft hört man noch kurz den Lärm von draußen, dann schließt sich die Tür und es ist ruhig. Warme Holzoptik empfängt einen – hinter den beiden Betten ist die Wand mit einem Kunststoff vertäfelt, der wie Nussbaum-Holz aussieht (echtes Holz ist aus hygienischen Gründen nicht möglich). Im Bett schläft eine Patientin um die 60, die mit einem septischen Schock aus einer anderen Klinik hier hin verlegt worden ist. Geräte sind auf den ersten Blick nicht zu sehen. Doch auch diese Patientin wird beatmet. Ein Bleistift-dicker Kunststoff-Schlauch führt aus ihrem Hals hinter die Pseudoholzwand am Kopfende des Bettes – erst wenn man ...

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