BZ-Alltagswissen

Gibt es die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm wirklich?

Henrike Berkefeld

Von Henrike Berkefeld

Di, 24. März 2020 um 11:37 Uhr

Bildung & Wissen

Diese Redensart beschreibt die verdächtige Stille vor dem Ausbruch einer Auseinandersetzung. Doch gibt es sie wirklich? Ein Experte vom Deutschen Wetterdienst sagt: nein. Eher vor Sommer-Gewittern.

Hanns Ulrich Kümmerle vom Deutschen Wetterdienst in Freiburg versucht, das meteorologische Pendant zu ergründen: "Vor winterlichen Stürmen gibt es keinen meteorologischen Ruhezustand."

Möglicherweise würden wir vor einem angekündigten Sturm die übliche Ruhe nur bewusster wahrnehmen. Eher ist aus meteorologischer Sicht eine relative Ruhe vor einem sommerlichen Gewitter denkbar: "An warmen Tagen blubbert die Atmosphäre wie Wasser im heißen Kochtopf. Am Boden nehmen wir das als leicht böigen Wind wahr", so Kümmerle. Entsteht nun ein Gewitter, können die sich auftürmenden Wolken großflächig Warmluft aus der Umgebung ansaugen. Eine eher gleichmäßige Strömung resultiert, die subjektiv als Ruhe wahrgenommen werden könnte. Sie endet, wenn dann plötzlich der fallende Regen oder Hagel Kaltluft aus der Höhe in Form eines stark turbulenten Gewittersturms Richtung Boden reißt.

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