Abstimmung

Görwihls Hundesteuer bleibt trotz Protesten bei 200 Euro

Michael Krug

Von Michael Krug

Di, 14. Januar 2020 um 10:32 Uhr

Görwihl

Ein Antrag der Görwihler Grünen, die Hundesteuer wieder zu senken, bekam im Gemeinderat keine Mehrheit. Für den ersten Hund werden weiterhin 200 Euro pro Jahr fällig. Dagegen hatten Hundebesitzer protestiert.

Einen "schwarzen Tag für den Frieden in Görwihl" nannte einer der gut 30 Besucher der Görwihler Gemeinderatssitzung die Entscheidung. Die vierköpfige Fraktion der Grünen hatte einen Antrag eingereicht, wonach die Hundesteuer für den ersten Hund auf 108 Euro festgelegt worden wäre. Jeder weitere Hund hätte 216 Euro, ein Kampfhund 540 Euro im Jahr gekostet.

Zur Erinnerung: Vor 15 Monaten hatte der alte Gemeinderat festgelegt, die Steuer für den ersten Hund von 100 auf 200 Euro zu verdoppeln. Jeder weitere Hund hätte 200 Euro gekostet. Daraufhin gab es monatelang Protest. Unterschriftensammlungen, gut besuchte Gemeinderatssitzungen, in denen fast jedes Mal in der Bürgerfrageviertelstunde das Thema Hundesteuer angesprochen wurde.
Rückblick: Hundehalter wehren sich gegen die massive Erhöhung der Hundesteuer. Görwihls Bürgermeister verdeutlicht, dass es keine schnelle Änderung gibt – und beklagt sich über Mobbing und Hundekottüten.

Im Dezember 2019 dann kündigte Bürgermeister Carsten Quednow an, dass die Gemeinde an einem sogenannten Mehrwertsystem arbeite. Geprüft wurde unter anderem, ob für Hundebesitzer, die einen Hundeführerschein haben, die Steuer gesenkt werden könnte.

Die Grünen preschten mit eigenem Antrag voraus

Jetzt allerdings preschten die Grünen voraus, mit einem eigenen Antrag. Das missfiel der Mehrheit des Gemeinderates, die den Antrag bei acht Nein-Stimmen abschmetterte. Die Einsicht, vor 15 Monaten einen Fehler begangen zu haben, habe das ganze Gremium gewonnen, so ein Vertreter der Freien Wähler. Der Antrag aber überrumpele ihn, das sei so nicht abgemacht gewesen.

Auch die CDU-Fraktion sowie Verwaltungschef Quednow wollten dem Antrag nicht folgen. Jetzt bleibt es bei 200 Euro für den ersten Hund – und einer angespannten Stimmung in Görwihl.