Goldmedaillen für Bio-Winzer aus Erzingen

Thomas Güntert

Von Thomas Güntert

Mo, 29. Juni 2020

Waldshut-Tiengen

Christian Gromann betreibt seit mehreren Jahren Bio-Weinbau / Bei Qualitätswettbewerb holt er auch vier Mal Silber.

. Der Biowinzer Christian Gromann wurde beim Internationalen Bioweinpreis zweimal mit Gold und viermal mit Silber ausgezeichnet. Gold gab es für das 2019-er Cuvée Rendezvous, das er aus Erzinger Chardonnay und Grauburgunder Trauben kelterte, sowie für das 2018-er Rechberger Rotwein Cuvée "CG". Silberne Auszeichnungen bekam er für die Spätburgunder aus Rechberg und Erzingen, den Rechberger Muscaris und den Rosé, den er in Erzingen anbaut.

Der Internationale Biowein-Preis hat sich in den vergangenen zehn Jahren zu einem der wichtigsten Qualitätswettbewerbe der Branche entwickelt. Der ökologische Weinbau verzeichnet in Deutschland ein jährliches Wachstum von 25 Prozent. Bio-Weinbaubetriebe bewirtschaften rund zehn Prozent der Gesamtanbaufläche von rund 100 000 Hektar.

Christian Gromann ist in Nack aufgewachsen. Er ist der einzige Vollerwerbsbiowinzer am Hochrhein. Die Auszeichnungen sieht er als Wertschätzung seiner Weine und als Beweis, dass er sich im Rebberg auf dem richtigen Weg befindet.

Seit 2015 darf sich das Weingut Gromann als biologisch-zertifiziertes Weingut nach EU-Öko-Verordnung bezeichnen. Gabriele Gromann betont, dass ihre Weine vegan sind. Bis heute ist der Klettgauer Winzer einen steinigen Weg gegangen. "Bereits in der dreijährigen Betriebsumstellungsphase hatte ich 25 Prozent weniger Ertrag und ein viel höheres Betriebsrisiko", erzählt der 55-Jährige. Zudem durfte er seinen Wein noch nicht als Bio-Wein verkaufen. Das Hauptproblem im biologischen Weinbau sieht er in der Vegetation. "Was man im Rebberg versäumt, kann man im Keller nicht mehr nachholen." Zurzeit stehen die Reben in der Blüte. Die Niederschläge machen sie anfällig für den falschen Mehltau. Im Gegensatz zu konventionellen Winzern darf der Bio-Winzer beim Pflanzenschutz nur Kontaktmittel einsetzen, die nicht in die Pflanze eindringen. "Mit dem Verzicht auf chemisch–synthetische Pflanzenschutzmittel, Herbizide und Mineraldünger wollen wir Bio-Winzer die Reben in ihr natürliches Gleichgewicht zurückführen." Gegen den echten Mehltau spritzt er Schwefel und gegen den falschen Kupfer. "Ohne Kupfer ist Bio-Weinbau nicht möglich", betonte Gromann.