Grenzach-Wyhlen

Polizistin erklärt Senioren, wie sie sich vor betrügerischen Anrufen schützen

Heinz Vollmar

Von Heinz Vollmar

Do, 10. Oktober 2019 um 11:31 Uhr

Grenzach-Wyhlen

Zum Thema Sicherheit gibt Polizistin Helena Brixa beim Seniorennachmittag in Grenzach-Wyhlen einige Tipps. Dabei geht es nicht nur um betrügerische Telefonanrufe.

Wie können Seniorinnen und Senioren sicher leben und wie können sie sich vor Betrügern schützen? Mit dieser Frage beschäftigte sich am Dienstag der Seniorennachmittag im katholischen Gemeindehaus, bei dem Polizeihauptkommissarin Helena Brixa vom Referat Prävention des Polizeipräsidiums Freiburg referierte. Sie informierte in ihrem Vortrag über aktuelle Maschen von Betrügern und Trickdieben – und zeichnete Möglichkeiten für Senioren auf, sich angemessen zur Wehr zu setzen.

Um ältere Menschen um ihr Geld zu bringen, haben Täter verschiedene Maschen, oft am Telefon: Sie geben sich als Polizeibeamte aus oder als Enkelkind, oder machen falsche Versprechen über Gewinne. In Grenzach-Wyhlen kam es im vergangenen Jahr nur zu acht solcher Anruftaten, drei Gewinnversprechen, drei falsche Polizeibeamte und zwei falsche Microsoft-Mitarbeiter, die versuchten, Zugang zu Daten zu bekommen. Die Zahlen sind laut Lisa Rieger von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Freiburg allerdings nicht ganz verlässlich, da die Polizei in ihrer Datenbank nach genauen Delikten suchen müsse und daher möglicherweise nicht alles finde, was vorgefallen ist. In keinem dieser acht Fälle gelang es den Tätern jedoch, Geld zu erbeuten. "Wie es aussieht, ist Grenzach-Wyhlen glücklicherweise im letzten Jahr wenig betroffen geblieben", so Rieger.

"Die machen das so geschickt, dass man das oft erst hinterher merkt." Polizeisprecherin Lisa Rieger

Nichtsdestotrotz sei es ratsam, sich gegen Betrugsversuche zu wappnen. Daher sprach Helena Brixa vom Referat Prävention beim Seniorennachmittag über Anrufstraftaten, aber auch über Betrüger und Trickdiebe sowie den Umgang mit Geld und Kreditkarten, wenn man unterwegs ist. Denn in Grenzach-Wyhlen kam es neben den acht Anruftaten auch zu einem Trickdiebstahl: Ein älterer Herr wurde auf der Straße angesprochen, ob er zwei Euro wechseln könne. Während er seinen Geldbeutel durchsuchte, griff der Täter hinein und klaute etwa 100 Euro. "Die machen das so geschickt, dass man das oft erst hinterher merkt", sagt Rieger von der Pressestelle.

Vorsicht Abzocke
In ihrem Vortrag beschrieb Brixa den Trick des falschen Polizeibeamten: Die Täter erklären per Telefon, in der Nachbarschaft habe es mehrere Einbrüche gegeben, deshalb komme später ein Polizeibeamter und hole die Wertgegenstände ab, um sie auf der Polizeiwache sicher zu lagern. Vor dem sogenannten Enkeltrick, bei dem sich Täter als Enkel in Geldnot ausgeben, solle man auf der Hut sein.

Dies gelte nicht zuletzt auch für die moderne Form des Heiratsschwindels, der unter dem Begriff "Romance Scamming" polizeibekannt wurde und bei dem über Internetbekanntschaften Geld von "verliebten" Menschen verlangt wird. Zur Vorsicht riet Brixa außerdem bei Anrufen von "falschen Microsoft-Mitarbeitern", die über den Zugang zu Daten zum Beispiel illegal Geld abheben wollen.

Tipps für die Sicherheit
Für die Sicherheit empfahl Brixa den Senioren, sich am Telefon nie unter Druck setzen zu lassen und bei Verdacht umgehend die Polizei zu informieren. Darüber hinaus sollte man am Telefon nie über persönliche oder finanzielle Verhältnisse sprechen und auch niemals Geld oder Wertgegenstände an Unbekannte aushändigen. Helfen würde außerdem, wenn man mit der Familie oder anderen Vertrauten über entsprechende Anrufe sprechen würde.