Turbulentes Wochenende

Grüne Dreisam, Gasexplosion, Brand: Reichlich Arbeit für Freiburger Feuerwehr

Frank Zimmermann, Simone Höhl, Felix Klingel

Von Frank Zimmermann, Simone Höhl & Felix Klingel

So, 15. Oktober 2017 um 19:15 Uhr

Freiburg

Die Freiburger Feuerwehr hat ein ereignisreiches Wochenende hinter sich. Die knallgrüne Dreisam schreckte Passanten auf, eine Gasexplosion die Bewohner eines Hauses in Herdern. Verletzt wurde niemand.

Es sprach sich am Samstag schnell rum in Freiburg, Fotos kursierten in den sozialen Netzwerken: Das Wasser der Dreisam war knallgrün. Manch ein Spaziergänger war in Sorge, ob es sich um einen Giftunfall handeln könnte. Bei der Integrierten Leitstelle gingen gegen 14.45 Uhr zahlreiche Notrufe ein, die Feuerwehr rückte aus, Mitarbeiter der Stadt wurden zwecks Ursachenforschung verständigt.

Die höchste Stelle, an der der Farbstoff im Wasser festgestellt wurde, war auf Höhe des Zusammenflusses von Brugga und Dreisam. "Wir haben pH-Messungen durchgeführt, es ist weder eine Säure noch eine Lauge", sagte Thomas Philipp von der Feuerwehr. Auch ein besonderer Geruch wurde nicht festgestellt.

Keine unmittelbaren Auswirkungen auf Trinkwasser

Laut Polizei und Feuerwehr soll es sich um ein Kontrastmittel handeln, das eingesetzt wird, um den Verlauf von Wasser nachzuvollziehen und undichte Stellen aufzuspüren. Das Umweltschutzamt der Stadt sei für Wasserproben zuständig, sagte am Sonntag Frank Uekermann, Leiter des am Samstag hinzugezogenen Garten- und Tiefbauamts. Die Polizei vermutet den Markierungsfarbstoff Uranin.

"Zum Glück war es nichts Giftiges, das wäre ja eine Katastrophe gewesen für die Fische." Franz Bühler
Da sich die höchste Stelle der Verfärbung in unmittelbarer Nähe des Wasserwerks Ebnet befand, wurde auch der Energie- und Wasserversorger Badenova hinzugezogen. Es handle sich wohl um eine Lebensmittelfarbe, dies hätten Badenova-Mitarbeiter bestätigt, sagte Unternehmenssprecher Roland Weis am Sonntag. Unmittelbare Auswirkungen auf das Trinkwasser gebe es nicht, dieses beziehe man aus einem Brunnen in 40 bis 60 Metern Tiefe; bis Oberflächenwasser dorthin gelange, dauere es mehrere Jahre. Geschädigte Tiere oder Pflanzen wurden nicht entdeckt. Nach zirka einer Stunde war keine Verfärbung mehr sichtbar.

"Zum Glück war es nichts Giftiges, das wäre ja eine Katastrophe gewesen für die Fische", sagte Franz Bühler vom Angelsportverein, der gerade Fische in die Dreisam einsetzen wollte. Da am Samstag in Freiburg Bachabschlag war, wurde aus dem Gewerbekanal das Wasser abgelassen; der Verein fischt die Tiere heraus und lässt sie in der Dreisam wieder frei.

Ungeklärte Ursachen bei Brand und Gasexplosion

Ein Brand in einem Mehrfamilienhauses im Laubenweg in Haslach war der Feuerwehr am Samstag um 8.35 Uhr gemeldet worden. Vor Ort stellte sich heraus, dass es auf einem Balkon im dritten Stock brannte. Alle Bewohner des Hauses wurden evakuiert. Eine Person wurde mit Verdacht auf eine leichte Rauchvergiftung behandelt. Das Feuer war schnell gelöscht. Die Ursache dafür ist noch unklar.

Ebenso unklar ist noch, wie es am Samstag zur Explosion einer Gasflasche in der Küche im zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses in der Habsburgerstraße kam. Gegen 16.10 Uhr war die Feuer alarmiert worden. Beim Eintreffen bot sich ihr ein Bild der Verwüstung, nicht nur drinnen, wo sich zum Zeitpunkt der Explosion niemand aufhielt. Auch vor und hinter dem Haus fanden sich scharfe Glasscherben. Die betroffene Familie bewohnt zwei miteinander verbundene Wohnungen und hielt sich bei der Explosion in der Nachbarwohnung auf. Verletzt wurde niemand. Nach statischen Überprüfungen konnten die Hausbewohner in ihre Wohnungen zurück, die betroffene Wohnung blieb gesperrt.