Hansjörg Bockstaller wird neuer Förster in Stegen

Jannik Jürgens

Von Jannik Jürgens

Fr, 13. Dezember 2019

Stegen

Durch die Neuorganisation der Forstverwaltung gibt es personelle Veränderungen / Otmar Winterhalder wechselt zum Staatswald.

STEGEN. Der Stegener Gemeindewald wird ab dem kommenden Jahr von Hansjörg Bockstaller betreut. Der ehemalige Revierförster von St. Märgen folgt auf Otmar Winterhalder, der sich seit 1998 um den Gemeindewald gekümmert hat. In der vergangenen Sitzung des Stegener Rates verabschiedete sich der alte Förster und der neue stellte sich vor.

Die Neuorganisation der Forstverwaltung hat zur Folge, dass der Staatswald nicht mehr auf Kreisebene verwaltet wird. Daraufhin wurden die verbleibenden Kreis-Reviere neu zugeschnitten und ihnen teilweise neue Leiter zugeteilt. Otmar Winterhalder wechselt nun ins Staatswaldrevier, das vom Höllental über Kappel bis Wildtal reicht – obwohl ihn Bürgermeisterin Fränzi Kleeb bekniet hatte, zu bleiben, wie sie bei der Ratssitzung sagte. "Sie haben unseren Wald immer gut geführt", sagte Kleeb.

Winterhalder wusste das Lob zu schätzen, berichtete von einem lachenden und einem weinenden Auge und hielt eine kleine Rückschau: Sturm Lothar hatte 1999 insbesondere im Grafenwald große Schäden angerichtet. Diese habe man zügig aufgearbeitet und eine Vielfalt geschaffen, die sich sehen lassen könne. Mit dem Kauf des Kageneckwaldes sei ein entscheidender Schritt zur Stärkung der Naherholungsfunktion getan worden. 2015 habe man zudem den Hiebsatz zurückgenommen, um den Wald attraktiver zu machen.

"Dieses Jahr war weniger erfolgreich", sagte Winterhalder. Die Trockenheit habe starke Schäden angerichtet und der Holzpreis sei im Keller gewesen. Winterhalder dankte der Gemeindeverwaltung für die gute, jahrelange Zusammenarbeit. Der in Kirchzarten aufgewachsene Hansjörg Bockstaller ist seit 1998 Revierförster von St. Märgen. Er hat an der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg studiert und in Furtwangen im Privatwald gearbeitet. Im "sehr schönen" Stegener Wald hat er bereits forstpädagogische Veranstaltungen für Kinder angeboten. "Ich freue mich auf die neue Aufgabe", sagte Bockstaller. Dem Gemeinderat kündigte er eine Kostensteigerung um 15 Prozent an – für den forstlichen Revierdienst, den Holzverkauf und die Kontrolle der Verkehrssicherheit im Wald. "Das ist moderat, wenn man bedenkt, dass in den vergangenen 20 Jahren gar nicht erhöht wurde", sagte Bockstaller. Jährlich zahlt die Gemeinde etwa 7000 Euro für die Leistungen des Försters.

Auf die Frage aus dem Gemeinderat, wie er sich den Wald der Zukunft vorstelle, antwortete Bockstaller, dass dieser trockenresistenter werden müsse. Douglasie, Kirsche, Spitzahorn und Traubeneiche könnten dazu beitragen. Problematisch werde es, wenn durch Borkenkäferschäden Kahlfläche entstehe. Dort wüchsen schnell Brombeeren und andere Pflanzen, die eine Naturverjüngung der Bäume verhinderten. Dann müssten Setzlinge gepflanzt und die Fläche gereinigt werden, was dem Waldbesitzer teuer zu stehen kommen könne. Insgesamt sei der Stegener Wald aber nicht schlecht aufgestellt. Einige Douglasien, die 60 bis 80 Jahre alt sind, gibt es bereits. Unglücklich sei, dass sich durch die Reform die Zahl der Ansprechpartner vergrößert habe. Gab es früher einen Förster für Stegen, sind es jetzt vier: einen für Gemeinde-, einen für Kirch-, einen für Staats- und einen für Privatwald.

95 Hektar Wald besitzt die Gemeinde Stegen. Davon sind 91 Holzbodenfläche, die der Erzeugung von Holz dient. Der jährliche Hiebsatz liegt bei 732 Erntefestmetern.