Markgräflerland

Heimattage: So wie das Paradies

Aufgezeichnet von Stefan Hupka

Von Aufgezeichnet von Stefan Hupka

Sa, 15. Mai 2010 um 10:39 Uhr

Südwest

An diesem Wochenende hat sie ihren großen Auftritt, die Heimat. Bei den Baden-Württemberg-Tagen in Müllheim werden Tausende unterwegs sein und sich amüsieren zwischen Schlagerparty, Gutedelverkostungen und Leistungsschauen.

Bis in den September hinein präsentiert sich das Markgräflerland – die deutsche Toskana – als "Heimat der Sinne" (www.heimattage-markgraeflerland.de).

Doch Heimat, was ist das, jenseits von Event und dem Vollbad im Wir-Gefühl? Das deutschtümelnde Pathos vom Heimatland hört man heute kaum noch. Die allermeisten, denen der Begriff noch etwas sagt, verstehen darunter die Region, in der sie zuhause sind. Wir haben Persönlichkeiten aus Politik und Kultur gefragt, was für sie Heimat ist. Die Antworten hätten unterschiedlicher nicht sein können. Der eine hat gleich mehrere, ihm im Lauf des Lebens zugewachsene Heimaten, der andere identifiziert sie mit Kultur, dem Dritten ist sie ganz abhanden gekommen.
ERWIN TEUFEL: HEIMAT IST DORT, WO MEINE WURZELN SIND
Meine Heimat? Ich bin überzeugt, auch wenn dieser Plural seltsam klingt, jeder Mensch hat mehrere Heimaten; sie wachsen ihm im Lauf seines Lebens zu – so wie er auch mehrere Identitäten hat. Eine dieser Heimaten ist die Herkunftsfamilie, in die wir hineingeboren sind, eine weitere die Familie, die man selbst gegründet hat. Dann die Gemeinde, in der man aufgewachsen ist und der Ort, wo man sich später niederlässt und sich als Bürger einbringt.
So ist auch meine Heimat eine ganze Vielfalt: die Muttersprache, der Dialekt, das Elternhaus, meine Spiel- und Klassenkameraden von früher, die Stadt Rottweil, wo ich geboren wurde und aufs Gymnasium ging, die Heimatgemeinde Zimmern, in der ich aufgewachsen bin, die Stadt Spaichingen, in der ich acht Jahre Bürgermeister war und seit 38 Jahren lebe, der Wahlkreis Villingen-Schwenningen, den ich 34 Jahre lang im Landtag vertreten habe.
Zu meinen Kindern habe ich immer gesagt: In dreißig Kilometern Umkreis muss man Weg und Steg kennen. Natürlich soll man darin nicht verharren, sondern darüber hinaussehen. Deshalb bin ich mit ihnen im Wohnmobil durch halb Europa gefahren, nicht unbedingt, um am Strand herumzuliegen, sondern um ihnen die reiche Kultur der europäischen Regionen zu zeigen.
Ich weiß, Heimatliebe ist ...

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