Gemeinderatsbeschluss

Heitersheimer Sportbad soll bald öffnen

Volker Münch

Von Volker Münch

Mi, 17. Juni 2020 um 17:16 Uhr

Heitersheim

Die Heitersheimer Räte sehen das Sportbad als wichtiges Angebot für die Bürgerinnen und Bürger. Deshalb soll es bald öffnen – trotz Hygieneauflagen und höheren Kosten für die Stadtkasse.

Das Heitersheimer Sportbad soll in nächster Zeit geöffnet werden. Dazu hat der Gemeinderat einen einstimmigen Beschluss gefasst und gleichzeitig die Stadtverwaltung ermächtigt, eine entsprechende Vereinbarung mit dem privaten Betreiber abzuschließen, die dem Unternehmen einen einmaligen zusätzlichen Zuschuss in Höhe 53 000 Euro zusichert. Verbunden damit werden weitere Aspekte sein, die noch verhandelt werden müssen.

Noch ist das Sportbad im Osten der Malteserstadt wegen der Corona-Verordnung des Landes geschlossen. Seit dem 6. Juni wäre der Betrieb wieder erlaubt. "Uns haben zahlreiche Aufforderungen aus der Bevölkerung erreicht", berichtete Bürgermeister Christoph Zachow. Allerdings kam die entsprechende Corona-Verordnung für Sportstätten erst zwei Tage vor dem möglichen Öffnungstermin. "Das war einfach zu kurzfristig, um die von der Verordnung verlangten Vorschriften umsetzen zu können", bedauerte Zachow. Nach eingehender Prüfung bedeutet die Verordnung für den Betrieb des Schwimmbades eine deutliche Reduzierung der Badegäste. Verordnungskonform seien 561 Personen als Besucher, hieß es weiter. Dazu musste die Stadtverwaltung eine Mischkalkulation aus der Anzahl der Gäste auf der Liegefläche und in den beiden Wasserbecken heranziehen. Auf der Liegefläche wären rein theoretisch etwa 1100 Personen zulässig, legt man die Mindestliegefläche von zehn Quadratmeter pro Person zugrunde. In den Schwimmerbecken wären höchstens 79 Menschen zugelassen, im Nichtschwimmerbecken dürfen sich maximal 108 Personen aufhalten. Aus einem Verhältnis dieser Zahlen lässt entsprechend einer Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen eine Obergrenze von 561 Badegäste festlegen.

An diesen Zahlen orientiert sich auch der private Betreiber, der das Freibad von der Malteserstadt gepachtet hat. Geplant sei, so Bürgermeister Zachow weiter, nicht schon in der ersten Woche an die Maximalgrenze zu gehen und anschließend eine schrittweise Anpassung vorzunehmen. Das bedeutet: In der ersten Woche könnten 400 Menschen pro Tag das Bad besuchen. Damit es kein Gedränge im Eingangsbereich an der Kasse gibt, müssen die Eintrittskarten vorab gebucht werden. Für die entstehenden Transaktionskosten erhebt der Betreiber einen Buchungsbetrag in Höhe von 50 Cent, die auf den Eintrittspreis aufgeschlagen werden. Im Badbereich gelten die üblichen Abstands- und Hygieneregeln, heißt es in der Beratungsvorlage des Gemeinderates.

Blieb noch die Finanzierung des Badebetriebes zu klären. Für dieses Jahr war laut Zachow ein städtischer Zuschuss von 109 000 Euro geplant. Durch die Anpassung der Besucherzahlen auf die Maximalgrenze von 561 Gäste entgehen dem Badbetreiber Umsätze, die er zur Deckung der Kosten braucht. Deshalb blieb unter Berücksichtigung von verschiedenen Sondereffekten wie geringere Eintrittserlöse, Kostenersparnisse und einer zugesicherten Defizitübernahme durch den Betreiber in Höhe von 10 000 Euro ein Sonderzuschussbetrag von 53 000 Euro übrig.

"Das Bad geschlossen zu lassen ist keine Option", unterstrich SPD-Fraktionssprecher Harald Höfler und begründete das mit den Worten: "Viele Menschen verbringen ihren Sommerurlaub zuhause. Da braucht es das Sportbad." Und Stadtrat Dierk Bredemeyer (Freie Wähler) ergänzte: "Das Schwimmbad ist eine wichtige Sache für viele Heitersheimer." Mit dem Blick auf die ungewisse Entwicklung des städtischen Haushaltes meinte Dirk Suttner (CDU): "Angesichts der Einnahmenausfälle für unseren Haushalt durch die Corona-Pandemie wäre ich für eine Preiserhöhung, um den Zusatzzuschuss zu minimieren." Ferner wurde aus der Mitte des Gemeinderates angeregt, mit dem Betreiber über eine Verminderung des Zuschusses zu verhandeln, sollte sich die Einnahmesituation etwa durch die Aufhebung oder Lockerung bei den Besucherzahlen deutlich für den Betreiber zu verbessern.

Keine Option in diesem Jahr sind nach den Worten des Bürgermeisters Saisonkarten. "Das macht unter den gegebenen Voraussetzungen keinen Sinn. Müsste das Schwimmbad wieder vorzeitig geschlossen werden, müsste der Kauf der Saisonkarten rückabgewickelt werden", erklärte Zachow. Der Bürgermeister sagte zu, über die zusätzlichen Wünsche des Gemeinderates mit dem Schwimmbadbetreiber zu verhandeln. Am Ende ermächtigte der Gemeinderat den Bürgermeister einstimmig, entsprechende Verhandlungen mit der Betreiberfirma zu führen und einen Vertrag abzuschließen. Dann steht einer Badesaison nichts mehr im Wege.