Herdern trifft es gleich doppelt

Fabian Vögtle

Von Fabian Vögtle

Fr, 10. Juli 2020

Freiburg

Neben der Sparkassen-Filiale am Kirchplatz schließt auch die Geschäftsstelle an der Habsburgerstraße / Sorgen um das Ortszentrum.

. Herdern trifft die Entscheidung der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau, Geschäftsstellen zu schließen, auf den ersten Blick am härtesten. Denn gleich beide Filialen im Stadtteil bleiben dauerhaft zu. Die Sparkasse erklärt das mit einem Kundenrückgang. Der Bürgerverein und Geschäfte im Ortszentrum bedauern die Schließung und sorgen sich um das Flair rund um den Kirchplatz im ehemaligen Dorf.

Seit dem Lockdown im März sind die Filialen an der Hauptstraße und der Habsburgerstraße geschlossen. Dabei bleibt es dauerhaft. Das ist seit Bekanntgabe der Sparkasse am Mittwoch Gewissheit (BZ berichtete). Schon im vergangenen Jahr hat die Sparkasse die Öffnungszeiten der Geschäftsstellen verkürzt und damit auf den massiven Kundenrückgang reagiert. Die geringe Frequenz und letztlich die Nähe der Filialen zum Finanz-Zentrum an der Kaiser-Jospeh-Straße hätten keine andere Wahl zugelassen, erläutert Beate Schwarz, Leiterin der Regionaldirektion Freiburg und stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau die Gründe. Zuletzt saßen für Beratung und Service zwei Mitarbeiter in Vollzeit und zwei Teilzeitkräfte an der Habsburgerstraße, an der die Sparkasse seit 1965 einen Standort hat. Die Filiale am Kirchplatz gab es seit 1976 (davor, von 1962 an, war sie an der Stadtstraße ). Dort waren zuletzt eine Privatkundenberaterin und zwei Teilzeitkräfte tätig.

Der Bürgerverein wurde am Montag von der Sparkasse vorab in einem Gespräch über die Schließungen informiert. "Das ist natürlich unerfreulich", sagte Christian Ledinger, Vorsitzender des Bürgervereins, der BZ. Wenn jedoch immer weniger Kunden kommen und sich Mitarbeiter sogar langweilten, bliebe wohl nichts anderes übrig. Während man im Bürgerverein schon länger vom Ende der Filiale an der Hauptstraße ausging, kam das Aus für die Habsburgerstraße hingegen überraschend. Man kämpfe jetzt dafür, dass die Geldautomaten auf jeden Fall bleiben. Die Sparkasse sei eben auch ein Anziehungspunkt und wichtig für andere Geschäfte. "Wir wollen nicht, das hier das besondere Flair verschwindet".

Zuletzt hatten eine Bäckerei und eine Metzgerei dichtgemacht, das Gasthaus Zum Weinberg steht schon länger leer. "Das ist ein Ärgernis", sagt Wolf-Dieter Winkler, Stadtrat von Freiburg Lebenswert und Herdermer , der die Sparkassen-Schließung mit Blick auf die ältere Generation bedauert.

Stefanie Osten vom Weltladen an der Urbanstraße schräg gegenüber von der Sparkasse findet es tragisch, dass schon wieder ein Geschäft schließt. "Doch unser Herz schlägt weiter", sagt sie. Auch wenn sich der angekündigte Abriss des Hauses, in dem ihr Laden liegt, noch einige Jahre hinzieht, habe sie beim Sparkassengebäude, das einem privaten Eigentümer gehört, mal die "Antennen ausgefahren". Ob die Immobilie letztlich tatsächlich eine Option ist, muss sich zeigen.