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Von mjs

Mo, 26. Oktober 2020

Wirtschaft

Nicht jeder Stiel muss gerade sein

Gut eine Handvoll Gärtnerinnen und Floristinnen aus allen Ecken Deutschlands, überzeugt von nachhaltigem Blumenanbau – so startete die Slow-Flower- Bewegung im März 2019. "Und wir werden immer mehr", sagt Chantal Remmert, die in Leipzig Slow Flowers anbaut und verkauft. Sie hat die Bewegung mit ins Leben gerufen. Inzwischen hat das Kollektiv zwei Dutzend Mitglieder. Zu den Leitlinien gehört etwa, keinen Kunstdünger, keine Pestizide, keinen Steckschaum und keine gentechnisch veränderten Pflanzen zu verwenden und auf Einmal-Plastik möglichst zu verzichten. Die Slow-Flower-Bewegung stammt aus Nordamerika. Dort wurden viele spezielle Blumensorten entwickelt und von dort beziehen auch viele deutsche Gärtnerinnen ihr Saatgut. Slow-Flower-Sträuße sehen oft anders aus als klassische Sträuße: Das Design sei naturnaher und nicht jeder Stiel müsse gerade sein, sagt Remmert. "Ich möchte die individuelle Form der Pflanze unterstützen und zelebrieren. Sie müssen nicht alle einheitlich sein wie Zinnsoldaten." Bislang sind Slow Flowers in Deutschland ein Nischenprodukt – auch in Südbaden: In Freiburg und in Müllheim gibt es je ein Floristikfachgeschäft, das sie anbietet. Zu haben sind sie auch in einem Café in Staufen, einem Biomarkt in Müllheim, einer regionalen Supermarktkette und einem Gartenmarkt in Schallstadt.

Mehr Informationen unter http://www.slowflower-bewegung.de