Coronavirus

Im Landkreis Lörrach steigen die Fallzahlen wie prognostiziert an

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Von Kathrin Ganter & BZ-Redaktion

Di, 30. November 2021 um 18:04 Uhr

Kreis Lörrach

Rund 30 Prozent der Corona-Infektionen im Kreis Lörrach betreffen derzeit Kinder und Jugendliche. Landrätin Marion Dammann appelliert, Kontakte zu reduzieren und sich impfen zu lassen.

Seit Sonntag ist der Landkreis Lörrach in der Alarmstufe II. Der Blick auf die Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenz im November zeigt eindrücklich: Die vierte Welle der Corona-Pandemie ist angekommen. Für das Landratsamt ist das wenig überraschend. Schon vor einigen Wochen hatte Katharina von der Hardt, die Leiterin des Gesundheitsamtes erklärt, die Entwicklung entspreche genau den Prognosen des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Daran habe sich nichts geändert, teilt Torben Pahl, Sprecher des Landratsamtes, auf Anfrage mit: "Die Entwicklung war zu erwarten und entspricht den Vorhersagen des RKI aus dem Juli 2021." Es gebe zwar einige Ausbruchsgeschehen im Kreis, aber: "Die Ursache der dramatisch steigenden Fallzahlen liegt jedoch darin, dass die vierte Welle noch nicht gestoppt wurde. Daher erwarten wir weiterhin steigende Fallzahlen."

Ob die steigenden Fallzahlen auch damit zusammenhängen, dass durch die nun verstärkt geltenden 2G-Plus-Regelungen nun auch Geimpfte wieder häufiger getestet würden, dazu kann das Landratsamt keine Angaben machen. Gemäß der Landesstrategie nimm das Gesundheitsamt keinen routinemäßigen Kontakt mehr mit Positivfällen auf. Daher seien Anlass und Impfstatus nicht bekannt. Auffallend ist derzeit die hohe Zahl an Infektionen bei Kindern und Jugendlichen. Sie machen im Landkreis Lörrach – wie auch im Rest des Landes – rund 30 Prozent der Fälle aus.

Gemeinsam an einem Strang ziehen

Landrätin Marion Dammann stellt in einer Mitteilung fest: "Wir befinden uns in einer kritischen Phase. Die Inzidenzen steigen höher als in jeder anderen Welle bisher, nicht nur im Landkreis Lörrach, sondern flächendeckend." In Baden-Württemberg stehe die intensivmedizinische Versorgung vor einem Kollaps und auch in den Kreiskliniken werde die Situation zunehmend schwieriger. "Die Belastungen für das pflegerische und ärztliche Personal sind enorm", so die Landrätin. Alle – egal ob geimpft oder ungeimpft – müssten nun gemeinsam an einem Strang ziehen. Dammann appelliert, die sozialen Kontakte auf das Notwendige zur reduzieren: "Beachten Sie bei notwendigen Zusammenkünften und Veranstaltungen die geltenden Regelungen, Abstandsgebote und Hygienekonzepte. Machen Sie, wenn möglich vorher einen Selbsttest, auch wenn Sie geimpft sind. Das alles hilft, die epidemische Lage zu entspannen."

Der beste Weg aus der Pandemie sei eine hohe Impfquote, so die Landrätin weiter: "Wir wissen zwar mittlerweile, dass auch Geimpfte das Virus weitertragen können und bei Vorerkrankungen in einigen Fällen auch schwer erkranken können. Diese Wahrscheinlichkeit ist nach aktuell herrschender Meinung aber um ein Vielfaches geringer als bei Menschen ohne Impfschutz." Es sei wichtig, dass vor allem Ältere und frühzeitig Geimpfte bald eine Auffrischungsimpfung bekommen. Neben dem Impfangebot der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte habe auch der Landkreis die Impfkapazitäten wieder hochgefahren, um weitere Impfangebote zu schaffen. Dieses Angebot solle in den kommenden Wochen weiter aufgestockt werden. "Wir alle müssen jetzt verantwortungsvoll handeln und haben es gemeinsam in der Hand, wie wir diese Pandemie bewältigen. Bleiben wir vorsichtig und tun vielleicht nicht alles, was rechtlich erlaubt ist", appelliert Marion Dammann.