Infektionen

Im Rheinfelder Kreisklinikum wurden sechs Corona-Fälle festgestellt

BZ, gtr

Von BZ-Redaktion & Kathrin Ganter

Do, 08. April 2021 um 19:15 Uhr

Rheinfelden

Bei drei Mitarbeitenden und drei Patienten im Rheinfelder Kreiskrankenhaus wurden Infektionen mit dem Coronavirus festgestellt. Umfangreiche Maßnahmen sollen die Weiterverbreitung verhindern.

Im Kreisklinikum Rheinfelden wurden sechs positive Covid-19-Befunde festgestellt. Wie die Kliniken des Landkreises Lörrach am Donnerstag mitteilten, wurden vorsorglich umfangreiche Maßnahmen zur Testung und Isolation eingeleitet, um eine Weiterverbreitung zu unterbinden.

Nachdem man zunächst von einer "Ausbruchssituation" ausgegangen war, scheinen die Befunde nach weiteren Analysen voneinander unabhängig und damit nicht als solche einzustufen zu sein, teilten die Kliniken mit. Um auf Nummer Sicher zu gehen, würden nun alle Patienten der betroffenen Station mit PCR-Tests überprüft. Gleiches gelte für alle Mitarbeitenden, die im relevanten Zeitraum im Dienst waren. Die Klinikhygiene der Kreiskliniken stehe in engem Austausch mit dem Gesundheitsamt.

Kliniken informieren offensiv

"Obwohl die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind und Testresultate ausstehen, möchten wir vor dem Hintergrund des erhöhten Medieninteresses der letzten Tage bereits heute über die Befundhäufung sprechen", wird Bernhard Hoch, medizinischer Geschäftsführer, in der Mitteilung zitiert. Über die weiteren Entwicklungen werde man selbstverständlich informieren.

Die Kliniken waren in die Kritik geraten, nachdem ein Arzt gegenüber der Badischen Zeitung von Ausbrüchen und damit verbundenen Todesfällen berichtet hatte, deren Ursache der Arzt in der Corona-Teststrategie der Klinik sieht. Neu aufzunehmende Patienten oder Patienten vor ambulanten Operationen würden nur mit Antigen-Schnelltests, nicht aber mit den sensitiveren PCR-Tests untersucht. Die Kliniken hatten die Ausbruchsgeschehen erst im Zuge der Anfrage der BZ öffentlich gemacht.
Hintergrund: Ein Arzt kritisiert die Teststrategie der Lörracher Kreiskliniken: Sie habe zu Todesfällen in den Häusern geführt. Die Klinik will nichts ändern. Die Tests seien nur ein Baustein des Corona-Schutzkonzeptes.

An der bestehenden Teststrategie halte man fest, wenngleich es 24 Todesfälle gegeben habe, die Ausbruchsituationen zuzuordnen seien. Die verwendeten Tests seien fast genauso sicher wie PCR-Tests, hatte Hoch noch am Mittwoch gesagt. Zudem seien die Tests nur ein Baustein des Schutzkonzeptes der Kreiskliniken. Die engmaschige klinische Beobachtung durch Ärzte und Pflegende, das Tragen von Mundschutz, die Einhaltung der Basishygiene, Lüften und Abstandhalten seien weitere wichtige Bestandteile der "Bündelstrategie" zur Vorbeugung und Erkennung von Infektionen.

Infektionen sollen im privaten Umfeld erfolgt sein

Bei den aktuellen Fällen hätten sich drei Mitarbeitende des Kreiskrankenhauses Rheinfelden im privaten Umfeld infiziert, heißt es in der Mitteilung vom Donnerstag. Sie hätten keine relevanten, ungeschützten Kontakte mit Kollegen und Patienten gehabt, weswegen eine Übertragung mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auszuschließen sei.

Zudem seien zwei geriatrische Patienten, die sich ein Zimmer geteilt hatten, vor ihrer Verlegung in ein Pflegeheim positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Beide seien symptomfrei. Die Antigen-Schnelltestung bei Aufnahme in das Krankenhaus habe jeweils einen negativen Befund ergeben. Die Viruslast sei in beiden Fällen sehr gering, was ein Zeichen für eine bereits durchgemachte Infektion sein könnte, schreibt die Klinik. Doch auch eine Übertragung zwischen den Patienten könne nicht ausgeschlossen werden. Daher seien weitere Testergebnisse abzuwarten.

Patient war bereits im Januar infiziert

Schließlich sei ein weiterer asymptomatischer und in Sachen Covid-19 klinisch unauffälliger geriatrischer Patient vor einer geplanten Verlegung PCR-positiv getestet worden. Dieser habe bereits im Januar eine Infektion in seiner Pflegeeinrichtung durchgemacht und sei zwischenzeitlich PCR-negativ getestet worden. Die Person wurde vorläufig isoliert, weitere Tests würden durchgeführt.