Hundeschau

In Dossenbach trafen sich die schönsten Dackel zum Stelldichein

Jasmin Radel

Von Jasmin Radel

Di, 23. Juli 2019 um 17:00 Uhr

Schwörstadt

Bei der Hundeschau der Gruppe Hochrhein im Deutschen Teckelclub präsentieren Frauchen und Herrchen stolz ihre Lieblinge. Dackel, lernt man da, können sogar Heiratsvermittler sein.

Wer am Sonntag bei den Fischteichen in Niederdossenbach vorbeispazierte, kam nicht umhin, einen Blick auf das Schaulaufen der dort stattfindenden Dackelschau zu werfen. In sieben verschiedenen Kategorien wurden die schönsten Tiere und stolzen Besitzer gekürt. Ausrichter des Dackeltags war die Gruppe Hochrhein im Deutschen Teckelclub (DTK).

Dachshund und Herrchen
Was dem Norddeutschen der "Teckel", ist dem Süddeutschen der "Dackel". Die richtige Bezeichnung lautet aber "Dachshund", da er als Jagdhund auch unterirdisch zum Aufstöbern der Beute eingesetzt werden kann. Der kleine, lange Kerl mit den kurzen Beinchen ist des Deutschen zweitliebster Begleithund, das zumindest teilt der der Verband des deutschen Hundewesens mit. Was den Dackel für sie so besonders macht, erklärt Dackeltag-Teilnehmerin Ingeborg Bandel aus Kehl und lacht dabei herzhaft: "Das schlagendste Argument, was ich seit jeher kenne ist, dass er bei Familienausflügen im Auto nicht zuviel Platz wegnimmt."

Bandel züchtet seit über 60 Jahren und fungierte 50 Jahre lang als Preisrichterin bei Dackelschauen. Sie selbst gewann Ende der 60er Jahre mit ihrem Rüden Nico von Bandelsdorf den Weltmeistertitel der Dackelzucht. "Das war ein Traumhund", schwärmt sie. "Folgsam, gutmütig und auch sonst sehr angenehm im Wesen und Charakter." Diese Züge machen den Dackel zum Begleithund, wie man ihn sich wünscht.

Das zeigt sich einmal mehr auf der Hundeschau bei den Fischteichen in Niederdossenbach. Lautes Kläffen, Anspringen oder Pöbeleien sucht man unter den Hunden vergeblich. Alle sind entspannt. Sie dösen im Gras, beobachten die Umgegung und warten genügsam mit ihren Besitzern, bis ihre Startnummer in den Ring gerufen wird. Hier regiert Richterin Jeanine Bandel, Tochter von Ingeborg Bandel, und bewertet die vorgestellten Hündinnen und Rüden aller Altersklassen.

Während Hund und Herrchen ihre Runden im Ring drehen und darauf achten, eine gute Figur zu machen, sieht Bandels Adlerauge jeden noch so kleinen Schönheitsfehler, bewertet aber gleichermaßen jeden Vorzug. Wer vor dem Schaulauf schon die Zahn, Wuchs- und Fellkontrolle überstanden hat, der kann bei einer positiven Kür mit dem Endergebnis "vorzüglich" die Bestnote erzielen. Priska Brunner vom Zwinger "du Credo" wurde gleich dreimal damit ausgezeichnet. Schönste Langhaarhündin wurde ihre "Jana du Credo", schönste Veteranin (über acht Jahre alt) "Esmeralda du Credo". Jüngste Preisträgerin mit 19 Wochen wurde Brigitte Born mit ihrer Hündin "Freya vom Gesselner Feld". Die Sieger erhielten einen Glaspokal und für jeden Starter gab es am Ende noch ein Schorleglas mit Gravur als kleines, aber feines Andenken.

Der Dackel verbindet
Über 40 Hunde der unterschiedlichsten Dackelrassen wurden Richterin Brandel präsentiert, und nach der Kür ist vor dem Plausch im Biergarten. So traf man sich nach dem Schauteil im Vereinsheim bei Kaffee, Kuchen, kühlen Getränken und Herzhaftem. Einige Teilnehmer waren sogar aus der Zentralschweiz und aus der Nähe von Augsburg angereist. Züchter und Liebhaber der Rasse tauschten sich lebhaft aus. Die Liebe zum Dackel verbindet.

Diese Erfahrung machte auch schon Ingeborg Bandel als junges Mädchen, so erzählt sie schmunzelnd: "In den Mittagspausen sah ich aus dem Bürofenster immer einen netten Mann, der mit vier Dackeln am Rhein entlang lief und sich jedes Mal völlig in den Leinen verhedderte. Also bin ich eines schönen Tages einfach hin und hab ihm angeboten, zwei Hunde samt Leine für den Spaziergang zu übernehmen. Und nach vielen Spaziergängen habe ich ihn dann geheiratet."