In Meißenheim steht die Orgel des Monats Mai

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 18. Mai 2022

Meißenheim

Die Stiftung Orgelklang fördert die anstehende Sanierung des historischen Instrumentes mit 5000 Euro.

(BZ). Die Meißenheimer Silbermann-Orgel in der evangelischen Kirche ist von der Stiftung Orgelklang als "Orgel des Monats Mai 2022" ausgerufen worden. Damit fördert diese die notwendige Sanierung der Orgel mit 5000 Euro, teilt Pfarrer Heinz Adler in einer Pressemeldung mit.

Gut 330 000 Euro werden nötig sein, um der Orgel wieder zum vollen Klang zu verhelfen, dafür werden auch die Mechanik und das Gehäuse nach Silbermannschem Vorbild rekonstruiert, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Kirchengemeinde selbst muss rund 140 000 Euro aufbringen. Eine Musikreihe, ein Gemeindefest, Pfeifenpatenschaften – Heinz Adler zeigt sich zuversichtlich, dass die Spendensumme erreicht wird. Als Anreiz für besondere Großzügigkeit sollen die Namen der wichtigsten Spenderinnen und Spender auf einer Messingplatte an der Empore zu lesen sein.

Die Meißenheimer Silbermann-Orgel auf der Empore der Trinitatiskirche gehört zu den 100 bedeutendsten Orgeln der Welt, "das jedenfalls sagen ausgesprochene Kenner", so Pfarrer Adler. Und sie sei "die einzige Silbermann-Orgel rechtsrheinisch in Deutschland, die noch auf dem Platz steht, für den sie geschaffen wurde".

Doch das ist längst nicht das einzige Alleinstellungsmerkmal dieses Instrumentes, das 1776 in der Straßburger Werkstatt von Johann Andreas Silbermann gefertigt wurde. Herausragend ist der originale Bestand mit rund zwei Drittel der Pfeifen sowie Gehäusen und Windladen. Und ein Weiteres ist besonders: Kurz vor seinem 200. Geburtstag bekam das Instrument Zuwachs. Dem damaligen Orgelmusikgeschmack entsprechend fügte die Straßburger Firma Mühleisen 1962 ein zweites, hervorragendes Manual hinzu. "Auch dieses ist inzwischen von zeitgeschichtlicher Bedeutung", schreibt Heinz Adler.

Johann Anderas Silbermann – ein Neffe des berühmten sächsischen Orgelbauers Gottfried Silbermann – soll sehr wählerisch gewesen sein: Nicht jede Kirche, so werde kolportiert, habe er für seine Werkstatt für würdig befunden. "In Meißenheim aber hat er der Legende zufolge gleich beim Betreten der Kirche mit dem Gehstock auf den Boden geklopft und gesagt, er baut", berichtet Adler. Da Silbermann dies für eine damals neue barocke Kirche tat, schuf er eine seltene stilistische Einheit zwischen Raum und Instrument. So hatte er die Orgel mit einem Manual und 13 Registern als reine Begleitorgel für den Gemeindegesang konzipiert.

Vom kommenden Sommer an hat die Orgel lange Pause, um gereinigt und restauriert zu werden. Bislang haben nur wenige Menschen Geld dafür gespendet, Pfarrer Adler ist aber sicher: "Sobald die Sanierung begonnen hat und zu sehen ist, dass die Prospektpfeifen fehlen, werden auch die Spenden kommen."

Die Stiftung Orgelklang der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wurde 2007 unter dem Dach der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa) gegründet. Ziel sind Erhalt und Wiederherstellung historischer Orgeln in evangelischen Kirchen. 2022 sind 15 Projekte für insgesamt 165 00 Euro vorgesehen.