Gartenfreunde

In Wehr gibt es Schrebergärten voll prächtiger Blüten

Hansjörg Bader

Von Hansjörg Bader

Di, 28. Juni 2022 um 16:57 Uhr

Wehr

Die Gartenfreunde in Wehr werden in diesem Jahr 65. Seit 35 Jahren gibt es Gartenanlage im Juch. Der Verein ist aktiv und gewann mehrfach Gartenwettbewerbe.

Die Wehrer Gartenfreunde können in diesem Jahr ihrer Gründung vor 65 Jahren gedenken. 1957 wurde unter dem Namen "Siedler und Kleingärtnerverein" in kleinem Kreis gestartet. Den heutigen Namen gab sich der Verein später. Auf Empfehlung des Landesverbandes kam die Umänderung. Wie auch immer der Verein sich nannte, gemessen hat er sich nicht am Namen, sondern an den Taten. Da haben die Gartenfreunde einiges vollbracht.

Die größte Leistung ist die Gartenanlage im Juch

Die größte Leistung war wohl die Gartenanlage im Juch. Diese konnte vor 35 Jahren ihrer Bestimmung übergeben werden. Heute sind dort zwei Dutzend Parzellen zu finden. Diese sind alle belegt, werden gut gepflegt, teilweise ertragreich bewirtschaftet und beeindrucken im Juni durch eine vielfältige Blumenpracht. Die Wehrer Schrebergartenkolonie steht allen Besuchern offen. Sie muss öffentlich zugänglich sein. Das schreibt das deutsche Bundeskleingartengesetz sogar vor.



Acht Personen waren es, die 1957 das Gründungsprotokoll unterschrieben. Bei dieser Zahl blieb man aber nicht stehen, schnell schlossen sich weitere Mitglieder an. Das Angebot des Vereins war für viele Hobbygärtner zu verlockend, um abseits zu stehen. Dieser punktete mit Beratung, praktischer Unterweisung und günstigem Einkauf. Zwischenzeitlich waren es so viele Mitglieder geworden, dass man zum Hauptverein noch eine Frauengruppe, Seniorengruppe und Schreberjugend bilden konnte. Zunächst auf reinen Vereinsbetrieb fixiert, änderte sich dies mit der Schaffung der Kleingartenanlage im Juch. Neue Aufgaben und Möglichkeiten taten sich auf. Was der Verein zu nutzen verstand.

Kein großes Programm zum Jubiläum

Das Gemeinschaftswerk versetzte den Verein in die Lage, an den periodisch vom Landesverband ausgeschriebenen Gartenprämierungen teilzunehmen. Mehrmals waren die Wehrer bei diesen Wettbewerben mit am Start und konnten gewinnen. Und wenn der jährlich landesweit proklamierte "Tag des Gartens" anstand, durfte man sicher sein, dass auch die Wehrer sich daran beteiligten.

In diesem Jahr, zum doppelten Jubiläum, wird kein großes Programm aufgelegt. Die Gartenfreunde warten vorerst ab, zunächst bis zur angesetzten Parzellenversammlung und dann die weitere Entwicklung von Corona. Man plane für September eine Ableger-Aktion, eventuell mit Bewirtung. Pflanzentriebe können dabei erworben werden, wie die Vorsitzende Ilona Siebeneicher auf Anfrage sagte. Alle übrigen Termine 2022 wurden aus dem Vereinskalender gestrichen. Man hätte gerne wieder etwas geboten. Die Corona-Lage sei aber derzeit zu unsicher, um Planungssicherheit zu haben.
Die Gartenanlage

Bis die Gartenanlage im Juch stand, musste der Verein einige Enttäuschungen verkraften, vor allem Vereinsmitbegründer Otto Leber, dem die Anlage Herzenssache war. Alleine die Grundstückssuche erforderte Geduld. Das Areal im Juch war anfangs keine Option. Es galt als sumpfig und feucht-nass. Trat der Haselbach bei Schneeschmelze oder Starkregen über die Ufer, sammelte sich das Wasser. Weil man sonst nichts in Aussicht hatte und nicht mit einem Angebot rechnen konnte, entschied man sich dafür, doch in der Dossenbacher Straße die Anlage zu bauen. Mit finanzieller Hilfe der Stadt, Eigenmitteln und -leistungen konnte das Werk realisiert werden.