EU-Programm

Für den Bau des Museumsdepot fließen knapp 2 Millionen Euro Interreg-Mittel

Sabine Ehrentreich

Von Sabine Ehrentreich

So, 15. Dezember 2019 um 07:54 Uhr

Lörrach

Das Depot ist eines von fünf neuen grenzüberschreitenden Projekten am Oberrhein, die die EU mit insgesamt 4,2 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung fördert.

Der Begleitausschuss des Interreg-Programms hat für den Bau eines Museumsdepots in Lörrach rund 1,7 Millionen Euro bewilligt, weitere rund 300.000 Euro gehen an die Partner des Projekts in Deutschland und Frankreich. Das summiert sich zu akkurat 1 983 116 Euro, die die Europäische Union zu dem Projekt zuschießt. Das entspricht der beantragten Summe.

Das Depot ist eines von fünf neuen grenzüberschreitenden Projekten am Oberrhein, die die EU mit insgesamt 4,2 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung fördert. Die Entscheidung fiel am 12. Dezember in der Sitzung des Begleitausschusses in Basel.

Auch in die Schweiz gehen rund 93.000 Franken für das trinationale Projekt. Die gehen ans Historische Museum Basel für seine Ausstellung "Grenzfälle – Basel 1933-1945" zum 75. Jahrestag des Weltkriegsendes. Dieses Pilotprojekt zeige exemplarisch, wie die Kooperation die regelmäßige Präsentation von Objekten aus der Dreiländer-Sammlung in Sonderausstellungen von regionalen oder lokalen Museen ermöglicht, heißt es in einer Mitteilung der Regio Basiliensis.

Das kulturelle Erbe des Oberrheins

Mit dem Depot entstehe in Lörrach ein grenzüberschreitender Ort zur regionalen Geschichte am Oberrhein, schreibt das Regierungspräsidium Freiburg in einer Mitteilung. Die Sammlung des Dreiländermuseums Lörrach umfasst 50.000 Ausstellungsstücke, die dazu beitragen, die Geschichte und das kulturelle Erbe des Oberrheins zu veranschaulichen. Allerdings können nur drei Prozent dieser Ausstellungsstücke dauerhaft ausgestellt werden, während die restlichen in einem Lager schlummern. Die Stadt Lörrach plant daher den Neubau eines dauerhaften Depots, das auch für Dritte zugänglich sein soll, um die Ausstellungsstücke besser zu erhalten und sie für Außenstehende zugänglich zu machen.

Zu den geplanten Maßnahmen zählen die Einrichtung einer kostenlosen Beratung für Museen am Oberrhein, die Schaffung aktualisierter und frei zugängliche Datenbanken sowie einer App, mit der die Geschichte rund um die Ausstellungsstücke spielerisch erkundet werden kann. Dieses in jeder Hinsicht grenzübergreifende Projekt "Die Dreiländersammlung – ein neues Sammlungsdepot zur grenzüberschreitenden Nutzung für Tourismus, Bildung und Forschung", das das regionale Kulturerbe erlebbar macht, wird durch das Programm Interreg Oberrhein nun mit EU-Mitteln unterstützt.

Bis zuletzt war nicht sicher, dass es klappt

Er freue sich sehr über den Zuschlag, sagt Museumsleiter Markus Moehring. Bis zuletzt sei nicht sicher gewesen, ob der Zuschuss fließen oder die Antragssumme reduziert würde. Nun gehe die größte Teilsumme der insgesamt 4,2 Millionen Euro an dieses Projekt.

Der Grundsatzentscheid des Gemeinderats für den Bau des Depots ist in diesem Jahr gefallen. In der Gemeinderatssitzung am 19. Dezember wird es nun darum gehen, erste Gelder für den Bau zu bewilligen. Es wird mit Kosten von 5,9 Millionen Euro gerechnet, ein Puffer für Kostensteigerungen eingerechnet. Das Depot entsteht nach längerer Diskussion um einen Standort am Rande des geplanten Gewerbegebietes Brombach-Ost und wird auch als Riegel zwischen dem Wohn- und dem Gewerbegebiet dienen. Die Pläne dafür aus dem Büro Wilhelm Hovenbitzer wurden bereits vorgestellt.

Mit der Bewilligung der EU-Mittel rückt die Verwirklichung eines Vorhabens näher, das seit langem auf der Agenda steht. Nachdem die Sammlung aus den alles andere als idealen Räumen an der Brombacher Straße aus Brandschutzgründen raus musste, kam sie in einem Provisorium in Tumringen unter. Hier kann sie nur sehr eingeschränkt genutzt werden. Nun ist eine entscheidende Hürde für die Dauerlösung genommen.