Investitionen in die Weinberge

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 06. Februar 2020

Müllheim

Das Geschäftsjahr der Winzergenossenschaft Müllheim-Britzingen war von verstärktem Angebotsdruck auf dem Weinmarkt geprägt.

MÜLLHEIM-BRITZINGEN (BZ). Das Geschäftsjahr 2018/19 der Winzergenossenschaft Britzingen war geprägt durch die europaweit außergewöhnlich große Weinernte 2018 und dem daraus resultierenden verstärkten Angebotsdruck auf dem deutschen Weinmarkt. Das berichtete bei der ordentlichen Generalversammlung der geschäftsführende Vorstand Achim Frey.

Trotz erhöhtem Kostenaufwand und leicht rückläufigen Umsätzen konnte den Winzern ein Traubengeld von mehr als 11 000 Euro pro Hektar ausbezahlt werden. Dieses Auszahlungsniveau zukünftig halten zu können, werde aufgrund der unverändert schwierigen Weinmarktsituation jedoch eine große Herausforderung werden.

In seiner Begrüßung erinnerte Vorstandsvorsitzender Rainer Zeller an den Hagelschlag im August 2019, der zu deutlichen Ertragseinbußen bei der Ernte 2019 in Britzingen geführt hat. Mit einem Ertrag von 100 Kilogramm pro Ar liegt dieser etwa 20 Prozent unter dem Durchschnitt der Markgräfler WGs. Er dankte dem Arbeitskreis Umweltschonender Weinbau unter Führung von Thomas Eckerlin für das große Engagement und die fachliche Begleitung während des gesamten Jahres. Er berichtete von den aktuellen Prämierungen und Auszeichnungen für die Britzinger Weine und Sekte und dankte Kellermeister Kiefer und seinem Team für diese Erfolge.

Der erst seit kurzem im Amt stehende Ortsvorsteher Ries betonte in seinem Grußwort, dass ihm die Winzerschaft am Herzen liege und er die gute Zusammenarbeit mit der WG zum Wohle von Britzingen und seinen Ortsteilen gerne wie bisher üblich weiter pflegen wird.

Aufsichtsratsvorsitzender Dieter Lindemann verlas den Prüfungsbericht des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes, in dem die gute Vermögens- und Finanzlage, eine geordnete Ertragslage sowie die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung bestätigt wurden. Das teilt die Winzergenossenschaft in ihrer Pressemeldung mit. Nach Erläuterung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung durch Geschäftsführer Frey wurde diese einstimmig genehmigt. Darüber hinaus wurde über Investitionen berichtet. So wurden im Geschäftsjahr 2018/2019 mehr als 200 000 Euro für die Fertigstellung des Neuenfelsgarten in den Weinbergen oberhalb von Britzingen investiert. Mit dem Bau von drei Trockenmauern wurde ein Platz mit zwei Ebenen gestaltet, der für Einheimische wie Feriengäste einen außergewöhnlichen Ort zum Verweilen, mit herrlichen Ausblicken in die Rheinebene bietet.

Armin Imgraben wurde einstimmig wiedergewählt

Auf insgesamt 70 000 Euro beliefen sich die Kosten für die neu geschaffenen Querterrassen im Muggardter Berg, auf denen nun ein junger Mitgliedswinzer die Trauben für das Weißwein-Pendant zum Spitzenspätburgunder Muggardt erzeugen soll. In diesem Jahr werden hier die ersten Trauben geerntet werden.

Bei den turnusgemäßen Wahlen wurde Armin Imgraben als Vorstandsmitglied einstimmig wiedergewählt. Brigitte Behringer-David und Jürgen Frey wurden ebenfalls einstimmig als Aufsichtsräte in Ihrem Amt bestätigt. Neu in den Aufsichtsrat gewählt wurde Stefan Leinfelder aus Zunzingen.

Kellermeister Bruno Kiefer blickte zurück auf die Ernte 2019. Temperaturen von nahezu 40 Grad im Sommer führten zu Sonnenbrand an den Trauben und der Hagelschlag reduzierte den Mengenertrag. In 15 Lesetagen konnte die gesamte Ernte eingelagert werden. Sein besonderer Dank galt dem neuen zweiten Kellermeister Jonas Fünfgeld sowie Georg Eckerlin, die in der Traubenannahme und in der Verarbeitung sehr flexibel und kompetent gearbeitet haben.

Frey wies darauf hin, dass im Jahr 2020 die WG ihr 70- jähriges Bestehen feiern kann. Dieses Jubiläum soll am Gründungstag, 1. Dezember, gefeiert werden.