Schwarze Fahnen als Symbol

Kaiserstühler Gastronomen fordern mehr Hilfe und Perspektive

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 06. Mai 2020 um 07:35 Uhr

Gastronomie

Schwarze Fahnen als Sinnbild für die düsteren Aussichten der Hotel- und Gastronomiebranche: 46 Betriebe machen mit einer symbolischen Aktion auf ihre wirtschaftlichen Sorgen aufmerksam.

Am Montag hissten die Betrieb der Vereinigung "Kulinarischer Kaiserstuhl" schwarze Fahnen vor ihren Läden. Zum gemeinsamen Auftakt der Aktion trafen sich laut Vereinigung rund 30 Vertreter am Morgen in Königschaffhausen.

"Am Projekt Gastronomie-Rettung muss in der Corona-Krise weiter gearbeitet werden, sonst ist das Sterben der Wirtshäuser nicht mehr aufzuhalten", heißt es in einer Pressemitteilung der Kaiserstühler Gastronomen. Mit dem Hissen der Flaggen wollen sie auf die Notsituation des Gastgewerbes aufmerksam machen. Die Betriebe müssen in der Corona-Krise geschlossen bleiben. Erlaubt sind lediglich Liefer- und Abholservices, mit denen aber nur ein sehr kleiner Teil der normalen Umsätze erzielt werden können, wie die Vereinigung betont.

Auch touristische Übernachtungen sind nicht erlaubt. Die Umsatzausfälle in der Branche liegen zwischen 80 und 100 Prozent – viele Kosten aber laufen weiter. Immer mehr Betriebe der Branche sind deshalb in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdet. Es drohe der Verlust zahlreicher Existenzen und Arbeitsplätze – nicht nur im Gastgewerbe, sondern in auch in Zulieferbranchen und in der gesamten Tourismuswirtschaft.

"Das Gastgewerbe braucht jetzt eine Perspektive", fordert die Wirtevereinigung. "Wir erwarten zwingend am 6. Mai von der Bund-Länder-Konferenz einen klaren Fahrplan zur Wiedereröffnung der Betriebe." Mit einer Öffnung unter Sicherheitsauflagen, seien die Probleme der Branche aber nicht gelöst, denn die zum Überleben notwendigen Umsätze seien bei einer Öffnung mit "angezogener Handbremse" aller Voraussicht nach nicht zu erreichen. "Das Gastgewerbe ist vom Normalbetrieb weit entfernt und wird es noch über Wochen und Monate bleiben." Die bisherigen Hilfen seien positiv, reichten aber aufgrund der Dauer der Betriebsschließungen für die meisten Betriebe nicht aus. Die Reduzierung der Mehrwertsteuer ab Juli sei wichtig für die Speisegastronomie, doch mit jedem Tag verschärfe sich die Notlage der Betriebe in der Branche.

Man sei dankbar für bisherige politische Initiativen und Solidarität mit dem Gastgewerbe, betont die Vereinigung, doch weitere Programme zur Unterstützung seien dringend notwendig.