Auf Abenteuertour im Stadtwald

Ilona Hüge

Von Ilona Hüge

Mi, 19. August 2020

Kenzingen

15 Junior Ranger lernten mit Revierförster Johannes Kaesler vieles über die heimische Natur.

. Die Junior Ranger haben am Montag Abenteuer im Wald erlebt. Vorgesehen waren einige Aufgaben, die Revierleiter Johannes Kaesler für die Ferienspielaktion vorbereitet hatte. Nicht vorgesehen war der Wetterumsturz. Bei strahlendem Sonnenschein war Start am Bombacher Sportheim los, zurück ging es gen Ende klatschnass, nach einem plötzlichen Regenguss.

15 Teilnehmer im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren hatten sich für das Training als "Junior Ranger" angemeldet. Begleitet wurden sie von Jugendpfleger Christoph Meybrunn und FSJ-ler Lyon Schuler. Hausherr und Experte im Wald war Revierleiter Johannes Kaesler, begleitet von seinem Wachtelhund "Herr Frodo". Kaesler versprach "einige Abenteuer" auf dem Rundgang durch den Forst. Das klappte – auch abseits des Kletterwalds, der am Tag drauf wegen der großen Nachfrage ein zweites Mal im Programm der Ferienspielaktion stand.

Zum Start am Bombacher Sportheim gab es einen Schluck zur Stärkung und den Hinweis, dass 2020 ein Wespenjahr ist. Je süßer der Sprudel, umso größer die Gefahr, dass eine hungrige Wespe zur Stelle ist. Die meisten Junior Ranger wussten das schon. Beim ersten Halt in der Nähe des Kenzinger Waldkindergartens aber gab es eine interessante Entdeckung. Der Revierleiter hatte zwei Töpfe mit Erde vorbereitet, einmal vom Feld, einmal aus dem Wald. Mit Hilfe von Wasser wurde ein Gewitterregen nachgestellt: Der Waldboden nahm mehr Wasser auf und gab es Wasser deutlich heller und sauberer ab als der Feldboden.

An der zweiten Station wurde tatkräftig angepackt: Je zwei Teilnehmer griffen zur Säge, trainierten Teamarbeit und das richtige Maß zwischen Kraft und Leichtigkeit. Gesägt wurde ein Eschenstamm mit einem Durchmesser von geschätzten acht Zentimetern. Die Reste eines Baumriesen waren gleich nebenan zu bestaunen. Am dicken Baumstumpf hat sich ein Pilz angesiedelt. Rund um den Pilz ist der Baumstamm schon bröselig: In zehn Jahren wird der Pilz seine Arbeit geleistet haben. Dann ist nichts mehr vom Baumstumpf zu sehen, erläuterte Kaesler.

Der Rundgang hielt noch weitere Abenteuer parat: Mit Hilfe eines Seils wurde ein Hohlweg überwunden und ein traditioneller Begriff gelernt. In Kenzingen werden die Hohlwege "Kinzge" genannt. Nur mit kundiger Führung ist das "Gruselig Loch" zu finden, eine zehn Meter tiefe Muschelkalkhöhle und Heim von Spinnen und Fledermäusen. Hier endete der Rundgang dann allerdings mit einem ungeplanten Erlebnis. Ein plötzlicher Regenguss setzte ein. Zwar bot das Gruselig Loch etwas Schutz, aber dann ging es doch kurz entschlossen auf den Rückweg. Klatschnass kamen die Teilnehmer am Sportheim an, aber "alle mit guter Laune", so das Fazit von Christoph Meybrunn.