Klimawandel ist nicht zu übersehen

Reiner Beschorner

Von Reiner Beschorner

Sa, 24. August 2019

Lahr

Der Lahrer SPD-Ortsverein informiert sich im Rahmen der Sommeraktion über die aktuelle Situation im Stadtwald.

LAHR. Im Rahmen der Sommeraktion des SPD-Ortsvereins Lahr haben sich einige Mitglieder mit den Mandatsträgern vom zuständigen Forstverantwortlichen Michael Heid über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Lahrer Stadtwald informieren lassen.

Wenngleich vor allem das weiter fortschreitende Eschentriebsterben dem Lahrer Forstpersonal Sorgenfalten auf die Stirn treibt und Mehrarbeit durch zusätzlichen Einschlag verursacht, so geht der Klimawandel auch im Lahrer Stadtwald nicht vorbei. Davon konnten sich die Exkursionsteilnehmer bei einem Rundgang durch den Auewalddistrikt Limbruch am Donnerstagnachmittag überzeugen.

Michael Heid, der den Genossen am Treffpunkt am Friedhof in Langenwinkel zunächst die Ziele der zehnjährigen Forstbetriebsplanung erläuterte, machte vor allem die seit Ende der 1980er Jahre ausbleibenden, beziehungsweise viel zu geringen Schneefälle und die langen Trockenperioden für die Waldschäden vorherrschend am Nadelholzbestand in der Bergwaldregion verantwortlich. Für die Stadt Lahr sei der Laubholzanteil von rund zwei Dritteln des Baumbestands trotz des Eschentriebsterbens ein wirtschaftlicher Vorteil, erläuterte Michael Heid.

Das verantwortliche Forstpersonal habe bei der Wiederaufforstung nach dem Eisbruch Ende der 1980er Jahre und vor allem nach dem Jahrhundertsturm Lothar 1999 schon frühzeitig mit dem Umbau des Lahrer Stadtwalds begonnen; das in den letzten Jahren massiv auftretende Eschentriebsterben im 140 Hektar umfassenden Auewald habe den Kampf der Förster gegen die Auswirkungen des Klimawandels weiter forciert. Weil sich nach der Prognose von Forstamtmann Heid sowohl Fichte und Esche über kurz oder lang verabschieden werden, sehen die Förster die Zukunft in einem Eichen-Mischwald, in dem unter anderen auch Linde, Feldahorn, Wildkirsche und Flatter-Ulme ihren Platz haben sollten.

Anhand mehrerer Beispiele im Auewald westlich von Langenwinkel erklärte Heid die Abkehr von großflächigen, streng linearen Aufforstungen mit einer einzigen Baumart. Stattdessen werde mit inselartigen Anpflanzungen ein Mischbestand angestrebt. Dabei werden pro Hektar Aufforstungsfläche rund 60 Gruppen zu je 20 Jungpflanzen einer Baumart in ausreichend großen Abständen ausgepflanzt und die Zwischenräume der Naturverjüngung durch ausgefallene Samen verschiedener Baumarten und Unterholz wie Haselnuss, Hainbuche oder Hartriegel überlassen.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Roland Hirsch, zog eine positive Bilanz der Exkursion, die den Teilnehmern einen Einblick in die Situation im Auewald ermöglicht habe. Hirsch sieht den Stadtwald bei Michael Heid und dem übrigen Forstpersonal in guten Händen.