Rote Zahlen

Kliniken in Baden-Württemberg durch Corona-Pandemie in Finanznot

Jens Schmitz

Von Jens Schmitz

Fr, 26. November 2021 um 20:31 Uhr

Südwest

Die Krankenhäuser in Baden-Württemberg befürchten ein "finanzielles Desaster" ausgerechnet in einer Pandemie: Knapp zwei Drittel von ihnen rechnen damit, das Jahr mit Verlusten abzuschließen.

Die Krankenhäuser in Baden-Württemberg befürchten ein "finanzielles Desaster" ausgerechnet in einer Pandemie: Knapp zwei Drittel von ihnen rechnen damit, das Jahr mit Verlusten abzuschließen, so viele, wie noch nie. 92,6 Prozent haben Probleme, offene Pflegestellen zu besetzen. Auch das ist ein Höchstwert.

Die Zahlen gehen aus dem BWKG-Indikator hervor, einer regelmäßigen Befragung der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) unter den Geschäftsführern ihrer Mitglieder. 65 Prozent der Krankenhäuser im Land rechnen für 2021 mit roten Zahlen. Scheffold sprach von einer dramatischen Situation. "Mitten in der Pandemie droht den Krankenhäusern, die ja ein zentraler Baustein in der Pandemie-Bekämpfung sind, ein finanzielles Desaster." In der vergangenen Woche habe die Landesregierung beschlossen, dass die Krankenhäuser 40 Prozent ihrer Intensivkapazitäten für Covid-19-Patienten bereithalten müssen, erklärte Scheffold. "Wie die daraus folgenden finanziellen Belastungen ausgeglichen werden sollen, ist bislang nicht geklärt."

Die Krankenhausvertreter forderten die Politik zu entschiedenem Handeln auf, um die vierte Welle der Pandemie zu brechen. 47 Prozent der planbaren Operationen im Land seien bereits verschoben, sagte BWKG-Hauptgeschäftsführer Matthias Einwag, obwohl dies für Betroffene durchaus Folgen habe.

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