Rekorde bei den Regenerativen

Thomas Loisl Mink

Von Thomas Loisl Mink

Mi, 12. Juni 2019

Binzen

Die kreisweit aktive Genossenschaft Bürgerenergie Dreiländereck nahm 2018 so viel Fotovoltaikleistung in Betrieb wie nie zuvor.

BINZEN. Die im ganzen Kreis aktive Genossenschaft Bürgerenergie Dreiländereck meldet einen Rekord. 2018 lag die Gesamtleistung neu installierter Fotovoltaikanlagen (PV) bei 350 Kilowatt-Peak (kWp). Diese Einheit beziffert die Höchstleistung einer Solarstromanlage. Das sind indes standardisierte Normwerte, die nur bedingt Rückschlüsse auf die elektrische Leistung oder real erzielte Menge an Sonnenstrom erlauben. Dennoch war 2018 für die Genossenschaft, die bei der Zahl der Anlagen Marktführer im Kreis ist, ein gutes Jahr. "Vielen war’s zu heiß. Für die Solarenergie war’s sehr gut", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Burger bei der Hauptversammlung am Freitag.

Am Beispiel der Anlage beim Gemeindezentrum Eichsel zeigte Vorstand Martin Völkle, dass die Stromproduktion höher lag als im Schnitt der Jahre 2013 bis 2017 – vor allem im April. Indes wurde wegen schwacher Erträge im März und im Dezember das Rekordjahr 2015 nicht erreicht. Der Solarpark am Rhein in Herten war erstmals das ganze Jahr in Betrieb und lag über den Erwartungen. Neue Anlagen gingen beim Kommunalen Wohnhaus und der Gemeindehalle Binzen, Recyclinghof Herten und Halle Wiechs in Betrieb. Auch an anderer Stelle gab’s Erfolge: So gewann die Genossenschaft einen mit 15 000 Euro dotierten Preis im Ideenwettbewerb für Energiegenossenschaften.

In Januar ging eine neue PV-Anlage auf dem Dach einer Thyssen-Krupp-Halle in Weinsberg im Landkreis Heilbronn in Betrieb. Ende März folgte das Dach des Sportheims in Binzen, wobei die Hälfte der Anlage der Bürgerenergie gehört und die andere dem TuS Binzen. Ebenfalls dieses Jahr realisiert wurden Anlagen beim Kindergarten Löwenzahn in Grenzach und einem Mehrfamilienhaus der Baugenossenschaft Lörrach. Weitere sollen auf der neuen Sporthalle Brombach und dem Kindergarten Wittlingen hinzu kommen. Mit der Wohnbau Weil am Rhein ist ein Mieterstrom-Projekt in Planung, bei dem Mieter den auf dem Dach ihrer Häuser produzierten Strom direkt und zehn Prozent günstiger beziehen. Die Genossenschaft engagiert sich auch in anderen regenerativen Energien: An der Kander zwischen Binzen und Eimeldingen soll ein Wasserkraftwerk entstehen, bei Donaueschingen ein Windpark. Völkle betonte, dass die Genossenschaft mit den Projekten auch einen Beitrag gegen Erderwärmung und Klimawandel leiste.

Dieser machte sich im Sommer 2018 mit dem laut Bauernverband schlechtesten Erntejahr des Jahrhunderts deutlich bemerkbar. Auf Nachfrage sagte Burger, man betreibe Akquise nach neuen Dachflächen, sei aber auch so gut vernetzt, dass Gemeinden von sich aus auf die Bürgerenergie zukommen. "Aber wenn es weitere Kommunen gibt, die ihre Dächer zur Verfügung stellen möchten, gerne", sagte Dieter Burger.

Bürgerenergie in Zahlen: 352 Mitglieder, 54 PV Anlagen, 2655 kWp installierte PV Leistung, 2,57 Millionen Euro Kapital, 75 bis 80 Prozent Eigenkapital, 3,1 Millionen Euro Investitionen, rund 63 500 Euro Jahresüberschuss, zirka 1860 Tonnen CO2- Ersparnis pro Jahr, Stromproduktion für 760 Haushalte.