Schutter

Kuhbach soll eine Fischtreppe für 300.000 Euro bekommen

Wolfgang Beck

Von Wolfgang Beck

Mi, 15. Mai 2019 um 16:19 Uhr

Lahr

Plastik und Müll sind nicht nur in den Weltmeeren ein Problem: Auch die Schutter in Kuhbach ist betroffen. Eine Fischtreppe soll in das Gewässer nun wieder mehr Leben bringen.

Sorgen bereitet dem Fischereipächter Norbert Obert neben der Verschmutzung der Schutter auch ihre fehlende Durchgängigkeit für die Fischpopulation. Am Samstag war er mit Helfern am Sägewerk Benz unterwegs, um den Wasserlauf von Unrat zu säubern.

Strecke für Treppe schon abgesteckt

Damit soll es – zumindest was die Durchlässigkeit anbelangt – demnächst besser werden. Geplant ist der Bau einer großen Fischtreppe beim Sägewerk Benz. Die Kosten werden mit 300.000 Euro beziffert. Obert wie Sägewerksbetreiber Konrad Benz schilderten die Bemühungen der Deutschen Bahn, nach mehreren Jahren des Wartens endlich mit dem Bau der Fischtreppe neben dem Sägewerk zu beginnen. Erste Absteckpfosten für den Streckenverlauf sind bereits erkennbar.

"Im Juni soll es weitergehen", freut sich auch Sägewerksbetreiber Konrad Benz. Aus dem Kuhbacher Rathaus kam die Zusage, mit dem Ortschaftsrat dann eine erste Vor-Ort-Besichtigung zu machen, so Ortsvorsteher Norbert Bühler. Er erwartet bis dann auch erste Planskizzen vom Landratsamt, dessen untere Wasserbehörde für die Bauausführungen zuständig ist.

Wasserstau hatte negative Folgen für Fische

Erklärtes Ziel ist es, wieder mehr Fischarten in der Schutter anzusiedeln. Obert denkt dabei vor allem an die Bachforelle. In den vergangenen Jahrhunderten war die Wasserkraft der Schutter zum Betreiben von Mühlen und Sägewerken genutzt worden. Zur Nutzung der Wasserkraft wurde sie bei Bedarf gestaut. So auch am Sägewerk Benz in Kuhbach und an anderen Stellen von Reichenbach bis hoch ins Schuttertal.

Die negative Folge: Das Gewässer war für Fische nicht mehr durchgängig. Darunter litt vor allem die Artenvielfalt der Fischpopulation. Auch seien, so Norbert Obert, die Laichplätze immer weniger geworden – ganz zu schweigen von den fließenden Gewässerbereichen mit Kies und Schottergrund, die ebenso verschwunden sind.

Wöchentlich wird die Schutter in Kuhbach gesäubert

Sägewerksbesitzer Konrad Benz war am Samstag der Säuberungsaktion der Fischereipächter am Wehr und an der Schutter dabei. Er informierte darüber, dass seine Mitarbeiter wöchentlich mit angeschwemmtem Müll, darunter viel Plastik, zu kämpfen haben.

Obert wies darauf hin, dass der gefährliche Plastikmüll nicht nur auf den Weltmeeren zu finden sei, sondern auch vor der eigenen Haustür. Gemeinsam mit den Kuhbachern Christian und Daniel Schuler säuberte Obert das Gewässer. Mehrere Anhänger von Müll und anderem Unrat, Plastikflaschen und Plastiksäcke, aber auch schwarze Beutel mit Hundekot wurden abtransportiert. Zu Oberts Zuständigkeitsbereich gehören der Giesenbach, die Gemarkung Reichenbach und Kuhbach sowie ein Teilabschnitt der Schutter.