Leserbriefe

Gudrun Weber (Lahr )

Von Gudrun Weber (Lahr )

Mi, 04. September 2019

Lahr

CHINESEN UND FLUGPLATZ
Nicht die Seele an den Teufel verkaufen
Zur Berichterstattung über das Interesse chinesischer Investoren an der Übernahme des Flugplatzbetriebes sind weitere Leserbriefe eingegangen. Eine Leserin reagiert in Gedichtform darauf.
Welcher Investor zahlt schon solch eine Summe, / da ist die Stadt dann über viele Jahre der Dumme.
Solch eine Investition muss sich lohnen, / da bleibt es nicht beim Flugverkehr mit Mini-Jets und Drohnen.
Vielleicht sucht der baldig Ex-Oberbürgermeister auch beim Investor im Osten / einen lukrativen Vorstandsposten?
Einen Aufruf an die, die in Lahr zukünftig Verantwortung tragen, /möchten ich deshalb ganz ernsthaft sagen:
Bei solch einer Art Deal /wird es uns Bürgern zu viel.
Man kann sich der Zukunftsplanung nicht entziehen, / nur alles bitte mit Maß und Ziel.
"Schuster bleib bei Deinen Leisten" / – so sollte es bei Entscheidungen in dieser Größenordnung heißen.
Lasst so ein dubioses Großprojekt trotz Millionen laufen, /man sollte seine Seele nicht an den Teufel verkaufen.
Besser wäre es, weitgehend unabhängig zu agieren, /den Schuldenberg langsam, aber sicher zu sanieren,
vor allem fundamentale Projekte sorgfältig zu überdenken, / so kann man eine Stadt auch erfolgreich lenken.
Gudrun Weber, Lahr



Die Steuerzahler sollen dann wieder herhalten
Ironisch befasst sich ein Leser mit dem Thema.
Ja, so ein Sahnestück wie den Lahrer Flugplatz gibt man nicht her. Dies will Oberbürgermeister Müller auch nicht. Er will lediglich die Nutzung teuer verkaufen. Das ist auch richtig so. Es ist nun mal ein Flugplatz und sollte als solcher genutzt werden. Es ist schon seit langem Realität, dass tagtäglich stundenlang Porsche-Autos die Landebahn entlang brettern. Regt sich darüber jemand auf?

Nein, hier muss eindeutig gewinnbringend geflogen werden. Gewinnbringend selbstverständlich auch deshalb, damit gut Steuern eingenommen werden. Momentan ist von Gewinn keine Rede. Da stellt sich die Frage, was ist in ein paar Jahren zu tun, wenn die Substanz am Ende und verbraucht und nicht mehr nutzbar ist? Dann sollen wir Steuerzahler sicher wieder herhalten. Jürgen Bierbrauer, Lahr

Kein nervendes Brummen und Dröhnen
Nicht direkt mit den chinesischen Investoren, aber mit dem Lärm, der vom Flugplatz ausgeht, beschäftigt sich ein betroffener Anwohner.
Für das ruhige Wochenende in der Luft über Lahr möchte ich mich bei den Lahrer Fallschirmspringern bedanken. Am vergangenen Samstag und Sonntag wurden wir in die Zeit vor dem Fallschirmsprung zurückversetzt. Kein nervendes Brummen und Dröhnen am Himmel – ein erholsames, entspanntes Wochenende, so wie wir das bis 2016 kannten.

Seit nunmehr drei Jahren terrorisiert die laute Fallschirmspringermaschine die Anwohner in Lahr, im Ried, im Schuttertal und sogar im Kinzigtal. Nur an wenigen Sommerwochenenden werden wir verschont, wenn die Maschine an andere Flugplätze verlegt ist. In Zeiten von Fridays for Future, Klimanotstand in Städten und wissenschaftlichen Studien, die belegen dass Lärm krank macht, kann man es kaum verstehen, dass ein solcher Sport überhaupt noch genehmigt wird. Keine Rücksicht auf ruhesuchende Anwohner und keinen Sinn für Umweltschutz – nur reine Geschäftemacherei mit dem Adrenalinkick.

Ich wünsche mir ...
... wieder ruhige Wochenenden ohne Fallschirmspringer in Lahr und Umgebung,
... einen Flugplatzbetreiber (Martin Herrenknecht), der nicht nur wirtschaftliche Interessen verfolgt, sondern auch Rücksicht auf die Anwohner nimmt,
... eine/einen zukünftige(n) Lahrer Oberbürgermeister/in, der/die lärmintensive und klimaschädlichen Veranstaltungen untersagt,
... Kommunalpolitiker, die verstehen, wie wichtig Ruhe und Erholung für das Leben ist. Edgar Laug, Hugsweier