Leserbriefe

Ingrid Vöckt (Bad Säckingen)

Von Ingrid Vöckt (Bad Säckingen)

Fr, 16. August 2019

Bad Säckingen

UMZUGSPLÄNE
Kann man nicht das Marienhaus renovieren?
Zu "Schonfrist für das Marienhaus", BZ vom 9. August:
Wie wunderschön, wenn ein neues Altenheim entsteht mit allem, was das Gesetz vorschreibt, vielleicht mit noch ein paar Extras dazu, auf einem Hügel sonnennah, wo man in die Weite blicken, die Sorgen vergessen, die Vögelein pfeifen hört und vom Himmelreich träumen kann. Für die Heimbewohner, die im Bett liegen müssen oder so behindert sind, dass sie nicht mehr außer Haus gehen können, ist das wunderbar, alle Wünsche sind erfüllt worden, dass sie vom Fenster aus die herrliche Natur genießen können.

Aber was ist mit den Heimbewohnern, die noch aktiv und rege sind, die noch im Städtle spazieren gehen, einkaufen, Freunde treffen oder einen Kaffee trinken gehen können? Da oben sind sie doch verlassen, einsam und alleine, kein Stadtleben, das ihnen eine große abwechslungsreiche Freiheit schenkt. Nichts ist geblieben, nur das neue Pflegeheim, mit der Aussicht, wenn die Sonne scheint, bis in die Alpen.

Und was ist mit den Besuchern, die ihre Lieben besuchen wollen, die kein Auto haben, so wie ich? Mir ist der Weg da hoch viel zu weit und zu beschwerlich, da kann ich nicht mal schnell einen Heimbewohner oder eine Ausstellung besuchen gehen und bin ich nicht die Einzige, die das bis in die tiefste Seele bedauert.

Das neue Haus kostet doch auch eine Menge Geld, weshalb kann man damit nicht das St. Marienhaus, das mit seiner Tradition doch ein Stück Bad Säckingen ist und dazu gehört wie das Tüpflein aufs i, mit ganz großen Fenstern, dass man von dort aus auch in die Weite blicken und träumen kann, renovieren und das Schwimmbad und die Bäderabteilung wieder zum Leben erwecken, dass wieder Leben ins Haus kommt? Das wäre doch die allerbeste Lösung, denn es kann nicht sein, dass es in Bad Säckingen, ohne das ehrwürdige Alten und Pflegeheim St. Marienhaus gibt. Ich finde, es ist schon viel zu viel vom alten Städtle zerstört worden und verloren gegangen.

Ingrid Vöckt, Bad Säckingen