Leserbriefe

Livio Mastrocola, Sasbach (zweiter Vorstand des HSV Endingen)

Von Livio Mastrocola, Sasbach (zweiter Vorstand des HSV Endingen)

Di, 30. November 2021

Endingen

HUNDESCHULE
"Nicht der Schlusspunkt, sondern der Beginn"
Zum Artikel "Auf Sachkunde und Ausbildung kommt es an" (BZ vom 23. November) schreibt ein Leser:
Wir, die Vorstandschaft des HSV Endingen, begrüßen es sehr, einen Bericht zum Thema Hundeausbildung zu lesen. Der im Artikel erwähnte Hundezuwachs während der Coronazeit war auch bei uns auf dem Hundeplatz zu spüren. Nach dem Lockdown starteten wir mit dem Training coronakonform. Übungsbetrieb findet mit Anmeldung statt, Zulassung nur im Rahmen der 2G-Regelung. Die höhere Dichte an Hunden macht es unabdingbar, dass die Vierbeiner eine Grundausbildung absolvieren. Diese kann mit einer Begleithundeprüfung abgeschlossen werden. Sie ist aber nicht der Schlusspunkt, sondern der Beginn einer wunderbaren gemeinsamen Zeit im Hundesport. Auch Kinder und Jugendliche dürfen die Begleithundeprüfung ablegen. Sobald sie ihren Hund selbständig führen können, ist eine Teilnahme möglich. Für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren gibt es einen angepassten Theorie-Fragebogen. Der Praxisteil ist für alle gleich. Wir freuen uns über jeden, der seinen Hund ausbilden möchte und bieten hierfür unsere Unterstützung an.

Livio Mastrocola, Sasbach, zweiter Vorstand des HSV Endingen


ERSTHELFER
"Das sollte es uns als Gesellschaft wert sein"
Zum Artikel "Helfer vor Ort für Forchheim" (BZ vom 25. November) erreichten uns mehrere Zuschriften:
Mit großem Interesse habe ich die Gemeinderatssitzung in Forchheim zum Thema Helfer-vor-Ort verfolgt. Das Ziel der Malteser ist in der heutigen Zeit nur zu begrüßen. Als Arzt sind mir jedoch zwei Dinge aufgefallen. Herr Dr. Schöchlin hat in seiner Präsentation die Systeme Ersthelfer und Helfer-vor-Ort gegenübergestellt. Aus medizinischer Sicht schließen sich diese beiden Systeme jedoch nicht aus. Der größte Erfolg besteht, wenn beides zum Einsatz kommt: Möglichst qualifizierte Ersthelfer, die dann von den Helfern-vor-Ort abgelöst werden, die wiederum den Patient dem Rettungsdienst übergeben. Beide sind Teile der Rettungskette und gehören zusammen.

Warum ist dies so? Die Helfer-vor-Ort sind häufig erst nach vier bis fünf Minuten beim Patienten – im Falle eines Kreislaufstillstandes ohne Reanimation kann es in dieser Zeit bereits zu einem Hirnschaden kommen. Hier schlägt die Stunde der Ersthelfer. Das heißt: Die Helfer-vor-Ort können nie die Ersthelfer ersetzen und im Falle des Falles muss unbedingt und schnell durch Ersthelfer Hilfe geleistet werden. Nur so hat der Patient die größten Überlebenschancen. Auch die in diesem Jahr aktualisiert erschienenen europäischen Leitlinien legen großen Wert auf Ersthelfer-Systeme.

Im Vortrag wurde auch der Nutzen von öffentlichen Defibrillatoren in Frage gestellt. Einschlägige Studien belegen aber klar, dass ein öffentlicher Defibrillator sehr wohl einen gesteigerten Nutzen bringt. Auch gibt es mehrere Beispiele in der Region, wo ein solcher öffentlicher Defibrillator Menschenleben gerettet hat. Dabei ist jedes Leben, das gerettet wird, ein Mensch mehr, der im Kreis seiner Lieben verbleiben kann. Auch wenn das – wie Herr Dr. Schöchlin richtig ausgeführt hat – Geld kostet – das sollte es uns als Gesellschaft wert sein!

Johannes Bons, Endingen

"Zusammenarbeit unbedingt notwendig"
Als eine von derzeit drei Forchheimer Mitgliedern der Helfer-vor-Ort-Gruppe des DRK Endingen-Forchheim, die seit 2009 in Endingen und Forchheim aktiv ist, habe ich mich sehr über die Unterstützung der Malteser in Forchheim gefreut. Denn bei der Rettung von Menschenleben ist die Manpower von professionellen Helfern entscheidend. Aus diesem Blickwinkel ist das Engagement der Malteser sehr und ausdrücklich zu begrüßen.

Wenn ich jedoch nun am Rande der Gemeinderatssitzung von Herr Dr. Schöchlin auf explizite Nachfrage hören muss, dass er und damit wohl auch die Malteser eine "Kooperation oder Zusammenarbeit" mit der DRK-HvO-Gruppe ausdrücklich ablehnen und maximal zu "Abstimmungen" bereit seien, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Alle Beteiligten haben doch ein gemeinsames Ziel – nämlich den Menschen in Forchheim schnell und effizient zu helfen. Nach meinem Verständnis ist hierfür eine Zusammenarbeit unbedingt notwendig.

Dass eine Kooperation für eine optimale Rettung entscheidend ist, zeigt doch schon die Feuerwehr. Die Feuerwehren in Endingen und Forchheim kooperieren auch und erzielen so die besten Ergebnisse. Warum soll dieses erfolgreiche Konzept bei den Helfern vor Ort nicht auch zur Anwendung kommen? Ich würde mich sehr freuen, wenn Herr Dr. Schöchlin unsere ausgestreckte Hand aufnimmt und wir gemeinsam für die Menschen in Forchheim handeln können.

Anja Schieble, Forchheim