Leserbriefe

Joachim Pfeffer

Von Joachim Pfeffer (Ringsheim)

Di, 19. Mai 2020

Ringsheim

FEUERWEHRHAUS RINGSHEIM
Bürger werden getäuscht
Zur Berichterstattung über den Standort des Feuerwehrhauses bei der Kahlenberghalle ("Mit Erdaushub wird es billiger", BZ vom 14. Mai)

Auf dem Grundstück südlich der Kahlenberghalle soll ein neues Ringsheimer Feuerwehrhaus errichtet werden. Dieser Standort für das Projekt wird von der Gemeindeverwaltung, Feuerwehr und Gemeinderat bevorzugt. Die BZ berichtete über mögliche Kostenalternativen. Es würde zu weit führen, die verschiedenen Kostenberechnungen genaustens unter die Lupe zu nehmen. Verwertbarer Bodenaushub ist heutzutage ein unverzichtbarer Bestandteil des Bauwesens. Aber: Für viele Baumaßnahmen ist Bodenaushub aus vielerlei Gründen für eine Verwendung ungeeignet. Das Material wird meist aus Kosteneinsparungsgründen verwendet, obwohl die Eignung im Rahmen der vorgesehenen Nutzung nicht nachgewiesen ist. Bodenaushub wird auch Erdaushub genannt und wird zum Abfall, wenn der Boden vom Baustellenbereich weggebracht und nicht vor Ort wiederverwendet wird. Natürlicher Boden kann sich aus verschiedenen Bodenarten wie Mutterboden, Erde, Sand, Lehm, Gesteine zusammensetzen. Das Material könnte auch kontaminiert sein. Jedenfalls muss das Material untersucht und fachgerecht aufbereitet werden. Untersuchungen und Aufbereitungen sind sehr kostenintensiv.

Die für das Projekt verantwortlichen Entscheidungsträger der Gemeinde Ringsheim verhalten sich wie Taschenspieler, deren Tricks beruhen auf Täuschung des Zuschauers durch Ablenkung. In diesem Fall sowohl durch das beauftragte Gutachterbüro als auch durch die Entscheidungsträger der Gemeinde. Nach alledem: Es wird ein Bürgerbegehren kommen, ohne wenn und aber, wenn das Projekt am Standort Kahlenberg durchgeboxt wird. Rechtsstreitigkeiten sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit naheliegend. Es sei denn, die Entscheidungsträger besinnen sich. Eines kommt noch hinzu: Die Corona-Krise wird zu gigantischen Einnahmeverlusten der Gemeinde im sechsstelligen Bereich führen. Sparen mit eiserner Hand ist angesagt.
Joachim Pfeffer, Ringsheim