Leserbriefe

Christoph Koch (Oppenau )

Von Christoph Koch (Oppenau )

Mi, 08. September 2021

Efringen-Kirchen

BIENENSTERBEN
Unzufrieden mit dem Resultat
Zum Artikel "Die Gründe für das Bienensterben in Efringen-Kirchen bleiben rätselhaft" vom 24.August schreibt ein Leser:
Als Imker und mehrfach Betroffener von Vergiftungsschäden wundert mich die scheinbare Gelassenheit sowohl von Herrn Nasilowski als auch vom Julius-Küh-Institut! Wenn man Bienenschutz wirklich ernsthaft betreiben will, kann man doch unmöglich mit diesem Resultat zufrieden sein. Bienenkrankheiten müssen wohl gerne herhalten für die ungelösten Fälle? Aber schauen wir zurück: In 2008 gab es die weltweit größte Bienenvergiftung aus legaler Anwendung exakt in unserer Region. Damals wollte man den Maiswurzelbohrer mit dem Nervengift Clothianidin ausrotten. Über 12 500 vergiftete Bienenvölker waren die Bilanz. Bei der Aufarbeitung war unter anderem klar geworden, dass die (vom Hersteller angegebenen) LD50 Werte für Clothianidin nicht stimmen konnten. Aber das war nicht das erste Mal der Fall. Denn bereits bei dem Wirkstoff Imidacloprid waren die LD50 Werte nicht korrekt! Hinzu kommt, dass bereits 2002 das Thema Beizmittel-Austrag aus den pneumatischen Sämaschinen und ihre Folgen für Bienen und Umwelt auf der Tagesordnung standen. Man warnte damals schon vor einer möglichen Umweltkatastrophe ungeahnten Ausmaßes. Aber weiter zurück gab es schon folgenschwere Vergiftungen aus legalen Anwendungen – etwa 2014 in der Ortenau mit dem Wirkstoff Indoxacarb. Auch dort konnte man keinen wirklichen Verursacher finden. Bis es endlich zum EU-Verbot der Neonic Wirkstoffe kam, vergingen noch etliche Jahre. Eine traurige Bilanz! Denn die Anwender müssen sich doch darauf verlassen können, dass wenn B4 = für Bienen ungefährlich draufsteht, dass es dann auch so ist! Die Leidtragenden sind ja nicht nur unsere Honigbienen. Dort hat man immerhin den aufmerksamen Imker, aber wer schaut schon nach Wildbienen und anderen Insekten?

Christoph Koch, Oppenau