MCH-Group appelliert an die Aktionäre

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 20. Juli 2020

Basel

Verwaltungsrat nimmt Stellung zur Sanierung der Messe Schweiz / "Äußerst bedrohliche Lage" / Preis pro Aktie "angemessen".

(BZ). In einem Aktionärsbrief nimmt der Verwaltungsrat der MCH Group ausführlich Stellung zum Maßnahmenkonzept, das er zur Sanierung der Gesellschaft entworfen hat und der kommenden außerordentlichen Generalversammlung am 3. August zum Entscheid vorlegen wird. Die MCH Group richtete jährlich mehrere hundert Veranstaltungen in den eigenen Infrastrukturen in Basel und Zürich aus und veranstaltet unter anderem die Art Basel.

Der Verwaltungsrat weist in dem Aktionärsbrief darauf hin, dass die Zustimmung der Generalversammlung zu sämtlichen Maßnahmen nötig sei, damit die Sanierungslösung zustande komme. Sollte dieses Gesamtpaket scheitern, wäre die verbleibende Zeit für die rechtzeitige Entwicklung und Umsetzung alternativer Sanierungslösungen äußerst knapp.

Die Coronakrise habe die MCH Group in eine äußerst bedrohliche Lage gebracht, nachdem die Ende 2018 eingeleitete Neuausrichtung des Unternehmens auf gutem Wege gewesen sei, heißt es in dem Aktionärsbrief. Um das Überleben der Gruppe zu sichern, seien nun finanzielle Restrukturierungsmaßnahmen unumgänglich. Die vorgeschlagene zweistufige Kapitalerhöhung ermögliche es, der Gesellschaft frisches Kapital zuzuführen, ohne einen für alle Aktionäre schmerzvollen Kapitalschnitt oder Notverkäufe von Vermögensteilen vornehmen zu müssen.

Der Verwaltungsrat habe sich immer klar für den Erhalt der MCH Group als Gesamtunternehmen ausgesprochen und dies in den Anforderungskriterien für interessierte Investoren auch so formuliert. Die von einer Investorengruppe beabsichtigte Gesamtübernahme der Gesellschaft mit anschließender Zerschlagung durch den Verkauf von Geschäftsbereichen wie der Art Basel und der Division Live Marketing Solutions habe er denn auch klar abgelehnt.

Die Investmentgesellschaft Lupa Systems habe den definierten Kriterienkatalog an einen neuen Ankeraktionär und strategischen Partner mit Abstand am besten erfüllt und darum den Zuschlag bekommen. Die Gesellschaft verfolge einen langfristig angelegten Ansatz. Dies zeige eine auf mindestens 15 Jahre ausgelegte Vereinbarung, die unter anderem die Weiterführung von Messen, Ausstellungen und anderen Veranstaltungen an den Standorten Basel und Zürich sowie die Ausrichtung der Art Basel in Basel gewährleiste.

Schließlich nimmt der Verwaltungsrat Stellung zum festgelegten Preis pro Aktie, der den vorgeschlagenen Kapitalmaßnahmen zugrunde liegt. Man habe sich bei der Preisfestsetzung nicht vom spekulativ getriebenen aktuellen Aktienkurs leiten lassen, sondern wie bei solchen Transaktionen üblich vom 60-Tage-Durchschnittswert der Aktie vor dem Einsetzen der Spekulationswelle um die MCH Group. Unter Berücksichtigung des aktuell hohen Risikos wegen der großen Unsicherheit im Messe- und Ausstellungsgeschäft finde der Verwaltungsrat den festgelegten Preis von 10,50 Franken angemessen. Davon profitierten auch die Publikumsaktionäre, die sich an der zweiten Tranche der anstehenden Kapitalerhöhungen beteiligen wollen.

Der Verwaltungsrat weist auch darauf hin, dass das ganze Sanierungspaket ohne die Mitwirkung der öffentlichen Aktionäre nicht hätte geschnürt werden können. Die kantonalen und städtischen Aktionäre leisteten durch verschiedene Schritte einen wesentlichen Beitrag an die nachhaltige Sanierung der MCH Group.