Corona

Mehr als 110 Schüler müssen im Kreis Emmendingen in Quarantäne

Tamara Keller

Von Tamara Keller

So, 04. Oktober 2020 um 18:48 Uhr

Emmendingen

An mindestens vier Schulen und in einer Kindertagesstätte gab es seit Freitag im Kreis Emmendingen neue Corona-Fälle. Häufig besuchen Schüler Unterricht in infektiösem Zustand – ohne es zu wissen.

Das Landratsamt teilte am Sonntag mit, dass am Samstag neun weitere Corona-Infektionen und am Sonntag sechs weitere Fälle bestätigt wurden. Die Gesamtzahl der Fälle im Kreis liegt damit bei 704.

Herbolzheimer Kita betroffen

Laut Behörde wurde am Sonntag eine Covid-19-Erkrankung beim Personal der Kita "Glühwürmchen" in Herbolzheim nachgewiesen. Elf Kleinkinder und mindestens zwei Erzieherinnen sind vorübergehend in häuslicher Quarantäne.

"Hochgradiger Verdacht" in Kenzingen

Von einem weiteren Fall ist wohl das Gymnasium in Kenzingen betroffen: Wie das Landratsamt mitteilte, besteht bei einem Schüler "unter Berücksichtigung aller Erkenntnisse und bisheriger Ermittlungsergebnisse der hochgradige Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung." Der Schüler habe zuletzt am Freitag den Unterricht "noch ohne Symptome", so die Mitteilung, besucht. Schulleiter Thilo Feucht wurde am Samstagabend informiert. 42 Schüler aus zwei Klassen und sieben Lehrkräfte müssen sich nun vorsorglich in Quarantäne begeben.

Zwei Schulen in Emmendingen mit positivem Fall

In Emmendingen sind laut aktuellen Meldungen des Gesundheitsamtes zwei Schulen betroffen: Am Sonntag wurde ein positiver Fall an der Carl-Helbing-Schule, am vergangenen Freitag ein Fall an den Gewerblichen und Hauswirtschaftlich-Sozialpflegerischen Schulen Emmendingen (GHSE) vermeldet. In beiden Fällen schreibt die Behörde, dass die Betroffenen den Unterricht besucht hätten und "im Nachhinein positiv" getestet wurden. An der Carl-Helbing-Schule müssen sich 37 Schüler und vier Lehrkräfte in Quarantäne begeben. An der GHSE seien Mitschüler aus zwei Klassen sowie betroffene Lehrkräfte in Quarantäne geschickt worden.

Im Fall der GHSE sprach das Gesundheitsamt von einer Person, "die am vergangenen Montag und Dienstag im infektiösen Zustand den Unterricht" besucht habe. Die Mutter der betroffenen Person erklärte gegenüber der BZ, dass diese auf keinen Fall fahrlässig gehandelt habe: Ihr Kind habe erst am Mittwochabend Symptome in Form von Kopfschmerzen und Fieber entwickelt und sei seither auch nicht mehr in die Schule gegangen – am Donnerstagabend kam dann das Testergebnis. Alles weitere habe das Gesundheitsamt in die Hand genommen, das sich laut Aussage der Mutter sehr bemüht hätte, wovon sie positiv beeindruckt sei.

Beim infektiösen Zustand kann es sein, dass die Person selbst zwar mit Sars-CoV-2 infiziert ist, sich aber noch keine Symptome bemerkbar machen. Das macht das Virus so gefährlich: Nach aktuellem Forschungsstand können auch Infizierte ohne Symptome ansteckend sein. Zum Fall an der Carl-Helbing-Schule machte das Gesundheitsamt keine näheren Angaben, sondern teilte lediglich mit, dass die betroffene Person zuletzt am Unterricht an der Berufsschule am 25. September und am 1. Oktober teilgenommen hatte.

Ähnlicher Fall in Waldkirch

Auch in Waldkirch wurde am Freitag ein Fall vermeldet: Ein Schüler oder eine Schülerin, der oder die im Nachhinein positiv getestet wurde, soll am vergangenen Montag und Dienstag im infizierten Zustand den Unterricht am Beruflichen Schulzentrum besucht haben – auch hier gilt, dass das nicht bedeutet, dass die Person davon wusste. Eine weitere Person wurde dem Amt im Nachhinein als engere Kontaktperson bekannt. Sie soll von Dienstag bis Donnerstag am Unterricht in einer anderen Klasse teilgenommen haben, bevor sie Symptome entwickelte. "Im letzteren Fall ist eine Sars-CoV-2-Infektion nach Einschätzung des Gesundheitsamtes hochwahrscheinlich", heißt es in der Mitteilung. Ein Testergebnis steht demnach aus. In Quarantäne müssen Schüler zweier Klassen und zehn Lehrkräfte aus mehreren Landkreisen.

Unterschiedliche Testdaten für Schüler

Die Schüler in Quarantäne der Carl-Helbing-Schule und des Kenzinger Gymnasiums werden laut den Mitteilungen über Fernunterricht unterrichtet. Sämtlichen Kontaktpersonen soll ein Corona-Abstrich angeboten werden: Die engen Kontaktpersonen des Falls an der Carl-Helbing-Schule werden am 5. Oktober getestet. Im Kenzinger Fall findet eine Testung am 7. Oktober statt. Die Daten, an denen die Tests gemacht werden, werden laut Landratsamtssprecherin Silke Tebel-Haas nach den Faktoren "Zeitpunkt des Kontakts" und "bestmöglicher Zeitpunkt, um zu testen" berechnet. Zu den restlichen Fällen sind keine Testdaten erwähnt. Die Betroffenen sollen individuell benachrichtigt werden. "Diejenigen, die es wissen müssen, sind in der Regel informiert", hatte Landratsamtssprecher Ulrich Spitzmüller nach einem Fall in Emmendingen vor zwei Wochen gesagt. "Es gilt also: Wer nicht Bescheid bekommt, ist nicht betroffen."