Landgericht Freiburg

Missbrauchsprozess gegen ehemaligen Pfadfinderbetreuer beginnt im Januar

KNA

Von KNA

Mo, 02. Dezember 2019 um 16:12 Uhr

Freiburg

Vor dem Landgericht Freiburg beginnt am 20. Januar 2020 das Strafverfahren gegen einen früheren evangelischen Kirchenmitarbeiter und Pfadfinderbetreuer aus Staufen.

Dem Mann wird schwerer sexueller Missbrauch von vier Kindern in 330 Fällen vorgeworfen, wie das Gericht am Montag mitteilte. Die Taten sollen zwischen Januar 2010 und August 2018 erfolgt sein. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor von insgesamt 676 Missbrauchstaten gesprochen; von diesen wurden nun 330 für den Strafprozess zugelassen. Das Gericht hat bis zum 18. Februar sieben Verhandlungstermine angesetzt.

Der Beschuldigte wurde nach einer Anzeige durch die Mutter eines betroffenen Kindes im Februar verhaftet und ist seitdem in Untersuchungshaft. Laut Gericht hat er sexuelle Handlungen an vier Kindern eingeräumt, seine Angaben zum Ablauf und zur Zahl der Taten widersprächen aber teilweise den Vorwürfen. Die Staatsanwaltschaft hatte von sexuellen und schweren sexuellen Missbrauch zu Lasten von Jungen im Alter von 8 bis 14 Jahren gesprochen.



Der 42-jährige Beschuldigte war zwischen 2009 und 2013 bei der evangelischen Kirchengemeinde Staufen angestellt. Danach war er nicht mehr für Pfadfinder oder Kirche tätig. Laut Angaben der Polizei hat der Mann zwei der Opfer in seiner Funktion als Pfadfinderbetreuer kennengelernt. Die beiden anderen Opfer soll er laut Staatsanwaltschaft "im Freizeitbereich" kennengelernt haben.
Hilfe bei der evangelischen Kirche

Eltern können sich an das Vertrauenstelefon der badischen Landeskirche wenden. Dort steht der erfahrene Psychotherapeut Peter Linzer unter Tel. 0800/589 16 29 (peter.linzer@ekiba.de) zum Gespräch zu Verfügung. Er untersteht der strikten Schweigepflicht und klärt mit den Betroffenen, welche weiteren Schritte eingeleitet werden können.

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