BZ-Interview

Münsterbaumeister aus Freiburg, Basel und Straßburg sprechen über ihre Arbeit an den Wahrzeichen der Städte

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Fr, 12. Oktober 2018 um 14:00 Uhr

Freiburg

BZ-Plus Die Basler haben das älteste, die Straßburger das höchste und die Freiburger das mit dem schönsten Turm: In allen drei Münstern im Dreiländereck kümmern sich Münsterbaumeister mit ihren Bauhütten um das Wohl der historischen Gebäude. Drei Experten im Gespräch.

Aus Anlass der nun vollendeten jüngsten Turmrestaurierung in Freiburg haben sich Yvonne Faller aus Freiburg, Eric Fischer aus Straßburg und Andreas Hindemann aus Basel zu einem "Gipfeltreffen der Münsterbaumeister" zusammengesetzt.
BZ: Frau Faller, Herr Fischer, Herr Hindemann – beginnen wir damit, dass wir zunächst noch einmal klären: Warum ist eine Bauhütte eine sinnvolle Einrichtung?
Andreas Hindemann: Eine Bauhütte erlaubt, dass Fachleute permanent am Objekt arbeiten. Dies ergibt eine konstante räumliche Nähe, die kein freies Gewerbe so leisten kann.
Yvonne Faller: Und sie stellt sicher, dass die Qualität, die für diese historischen Gebäude nötig ist, auch gewährleistet werden kann.
Hindemann: Das stimmt, denn die Steinmetze und Architekten hier ziehen nicht von Baustelle zu Baustelle, sondern kennen das Objekt in- und auswendig, auch im jahreszeitlichen Verlauf. Ich würde so weit gehen zu sagen, dass die Leute, die dauerhaft mit einem Bauwerk betraut sind, eine stärkere emotionale Bindung damit eingehen. Und weil sie alle neuralgischen Punkte kennen, ist die optimale Instandhaltung des Gebäudes gewährleistet.
Eric Fischer: Nicht zu vergessen, dass es auch darum geht, einen großen historischen Wert zu bewahren und weiterzugeben. Wir reden also nicht nur von Erhalt, sondern auch von Aufbewahrung und Dokumentation.

"Dankbarkeit ist das Gefühl, das überwiegt."Yvonne Faller
BZ: Die Münsterbauhütten Straßburg, Basel und Freiburg arbeiten eng zusammen.
Faller: Das ist naheliegend: Alle drei Münster haben das gleiche Baumaterial und eine sehr ähnliche Baugeschichte. Ich bin seit April 2005 im Amt und habe diese Zusammenarbeit sehr intensiviert, weil sie mir wichtig erscheint. Wir tauschen uns zum Beispiel darüber aus, wie ein bestimmter Mörtel zusammengesetzt sein muss, stellen uns gegenseitig Analysen zur Verfügung und teilen Erfahrungen, wenn einer schon weiß, wie man etwas aufträgt – und wie besser nicht.
Fischer: Wir sind nicht konkurrierend tätig, da fällt das nicht schwer. Unser aller Interesse ist es zusammenzuarbeiten.
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