Großrat will Zentrum mit neuen Tramstrecken entlasten

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Von sda & BZ-Redaktion

Fr, 14. Februar 2020

Basel

Das Basler Kantonsparlament stimmt dem von der Regierung angestrebten Ausbau des innerstädtischen Schienennetzes zu.

BASEL (sda/BZ). Der Basler Große Rat hat am Mittwoch den Tramnetzenstreckenplan der Basler Regierung samt Ergänzungsantrag der vorberatenden Parlamentskommission genehmigt. Das beinhaltet eine Erhöhung des Planungskredits um eine Million auf 3,3 Millionen Franken. Konkret geht es zunächst vor allem um drei neue Streckenabschnitte in der Basler Innenstadt, die für mehr Flexibilität im Netz sorgen sollen und die Tramwände am Barfüsserplatz oder der Schifflände durchbrechen.

Im Einzelnen zur Diskussion steht dabei eine Strecke durch den Claragraben. (Tram Claragraben). Diese würde den Wettstein- und den Claraplatz verbinden und eine bessere Verbindung zwischen Kleinbasel und dem Bahnhof SBB schaffen. Dieses Projekt will die Schweiz im Rahmen des Agglomerationsprogramms mit rund 40 Prozent fördern, es wird allerdings auch von Anwohnern kritisiert. Eine zweite Verbindung (Tram Petersgarben) soll die Innenstadt im Westen durch eine neue Querspange bei der Uni zwischen Leonhardsgraben und Blumenarin entlasten. Das dritte Projekt ist die Tram in das Entwicklungsgebiet Klybeck, das frühere Ciba-Areal im Dreieck zwischen Wiese und Rhein in Kleinbasel. Ein letztes Vorhaben ist der Ersatz der heute stark frequentierten Buslinie 30 zwischen dem Badischen Bahnhof und dem Bahnhof SBB durch eine Straßenbahn.

Im Kantonsparlament sorgte das Pakte für lange Diskussionen. Die bürgerlichen Fraktionen der FDP und LDP monierten, dass es nicht sinnvoll sei, an allen Ecken und Enden der Stadt neue Tramschienen zu planen, ohne genau zu wissen, wie sich der öffentliche Verkehr in Zukunft entwickeln werde. Die LDP zielte vor allem die Strecken durch den Clara- und den Petersgraben auf der anderen Rheinseite. Diese Verbindungsstücke sollen laut Regierung sowie der Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (UVEK) zur Entlastung der dicht befahrenen Strecke durch das Großbasler Zentrum. Die FDP stellte den Antrag, alle im Streckennetz angeführten Abschnitte für ein neues Tram 30 zu streichen.

Die UVEK hatte dagegen gerade für diesen Baustein eine beschleunigte Planung beantragt, ebenso für die neue Tramverbindung zum Entwicklungsgebiet Bachgraben in Allschwil. Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels plädierte dafür, keine im Plan aufgeführten Streckenabschnitte zu streichen. Sie stehen zu lassen, entbinde die Planer nicht davon, auf mögliche neue Entwicklungen im öffentlichen Verkehr zu reagieren und die Planung entsprechend anzupassen.

Die Anträge von FDP und LDP fanden aber keine Mehrheit. Ebenso erging es zwei Änderungsanträgen des Grünen Bündnisses, die die Vorschläge der UVEK in verbindlichere Großratsbeschlüsse überführen wollten. In der Schlussabstimmung wurde der Tramnetzenstreckenplan mitsamt dem Planungskredit in der Höhe von 3,3 Millionen Franken mit 63 gegen 28 Stimmen klar genehmigt.