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Was tun, wenn ein bestelltes Paket verschwunden oder kaputt ist?

Ines Danzeisen

Von Ines Danzeisen

So, 02. August 2020 um 12:57 Uhr

Wirtschaft

Onlinebestellungen sind in Corona-Zeiten beliebt. Was tun, wenn das Paket nicht oder beschädigt ankommt? Auch hier gilt: andere Länder, andere Regelungen. Gerade bei Fristen gibt es große Unterschiede.

Es gibt in einigen EU-Ländern bei Transportschäden Reklamationsfristen für Verbraucher. In Frankreich hängt die Frist davon ab, ob der Zusteller Ihnen ausreichend Zeit gegeben hat, das Paket zu prüfen. Im Falle eines Schadens müssen Sie binnen drei Tagen beim Versender reklamieren. Kann der Zusteller nicht nachweisen, dass Sie ausreichend Zeit hatten, sind es zehn Tage. In Italien sollte binnen acht Tagen beim Versender reklamiert werden. Deutschland und Österreich haben keine Fristen.

Zwei Dinge sind den oben genannten Ländern gemein: Bei Transportschäden dürfen Sie die Annahme verweigern. Lassen Sie sich den Schaden quittieren. Machen Sie Fotos. Geht das Paket während des Versands verloren, haftet der Versender, der gegebenenfalls die Zustellung belegen muss. Bleibt die Frage, ob das Paket vor die Tür gestellt werden darf. In Deutschland, Italien und Österreich ist es erlaubt, wenn so vereinbart.

In Frankreich gibt es Corona-Regelungen: Das Paket darf nach Rücksprache vor die Tür gestellt werden. Der Versender muss aber die Zustellung belegen können. Wurde zugestellt und das Paket gestohlen, müssen Sie in der vereinbarten Frist reklamieren. Gibt es keine, dann bis Mittag des ersten Arbeitstages nach Zustellung. Reklamieren Sie schriftlich.
Ines Danzeisen arbeitet beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) in Kehl. Das EVZ berät kostenlos bei Streitigkeiten mit einem Händler im EU-Ausland, in Island oder Norwegen.
Mail: danzeisen@cec-zev.eu
Internet: http://www.evz.de