Datensicherheit

Neues Rechenzentrum in Lahr soll sensible Daten schützen

Mark Alexander

Von Mark Alexander

Mi, 17. Juli 2019 um 17:11 Uhr

Lahr

Ein "EDV-Bunker" für Unternehmen, Behörden oder Kliniken: Auf dem Lahrer Flughafenareal entsteht ein hochmodernes Rechenzentrum. Ziel ist die sichere Aufbewahrung von Daten.

Auf dem Flughafenareal entsteht ein hochleistungsfähiges Rechenzentrum. Das E-Werk Mittelbaden und der IT-Dienstleister Leitwerk haben eine 13 500 Quadratmeter große Fläche gekauft. Ziel ist die sichere Aufbewahrung von Daten. Firmen, Behörden oder Kliniken können das Angebot nutzen. Baubeginn ist im kommenden Jahr. In Appenweier baut das Joint Venture ein weiteres Rechenzentrum.

Ein Unfall auf der Datenautobahn kann fatale Folgen haben. "Wenn wir über Digitalisierung reden, dann ist Datensicherheit ein großer Aspekt", sagt Jürgen Thoma vom E-Werk Mittelbaden. Dabei gehe es darum, sich gegen Hackerangriffe, technische Störungen oder in Notfällen abzusichern. Gerade die Energieversorgung sei hierbei ein sehr sensibler Bereich. Weil die Anforderungen an den Betrieb von Rechenzentren aber kontinuierlich steigen, kämen Firmen oft an ihre Grenzen.

Joint Venture wurde 2017 gegründet

Hierauf reagieren das E-Werk Mittelbaden und die Leitwerk AG. Bereits im Oktober 2017 haben der Energieversorger und der IT-Dienstleister aus Appenweier ein Joint Venture gegründet. Ziel ist das Schaffen einer digitalen Infrastruktur für die Region, der "Baden Cloud". Hierfür werden zwei technisch identische und miteinander verbundene Rechenzentren gebaut. Das erste entsteht in Appenweier und soll noch in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen. Das zweite entsteht auf dem Lahrer Flughafenareal. Spatenstich soll im nächsten Jahr sein, der Betrieb 2021 starten. Das Joint Venture investiert in beide Projekte insgesamt zwölf Millionen Euro. Beide Unternehmen hatten mit dem Gedanken gespielt, jeweils ein Rechenzentrum zu bauen. "Dies hat zu einer gemeinsamen Lösung geführt", sagt E-Werk-Chef Ulrich Kleine.

Bankenstandard im "EDV-Bunker"

Öffentliche Verwaltungen, Behörden, Kliniken und Firmen können das Angebot nutzen. Zu seinem Portfolio zählt das Unternehmen IT-Dienstleistungen wie Hosting, Colocation und Managed Services. Ersteres bedeutet, dass Kunden Anwendungsbereiche auslagern können, ohne selbst Server anzuschaffen. Sie können aber ebenso eigene Server im Rechenzentrum unterbringen (Colocation) oder diverse IT-Serviceleistungen in Anspruch nehmen. Der Hauptfokus liege auf dem Mittelstand, der Kundenradius könne sich von Basel bis Karlsruhe und ins Elsass erstrecken. "In dieser Region gibt es nichts Hochwertigeres", sagt Ralf Schaufler von der Leitwerk AG. Das klimatisierte und kamerageschützte Rechenzentrum erfülle die Anforderungen an den höchsten Schutzbedarf. Schaufler spricht von "Bankenstandard". Martin Wenz vom E-Werk nennt es einen "EDV-Bunker".

"Das ist keine klassische Unternehmensansiedlung, sondern ein strategischer Schritt"

Markus Ibert
"Das ist keine klassische Unternehmensansiedlung, sondern ein strategischer Schritt", sagt Markus Ibert. Als IGZ-Chef und Zweckverbandsdirektor ist er für die Vermarktung der Flächen auf dem Flughafenareal zuständig. Durch den Ausbau des Glasfasernetzes durch Vodafone und jetzt die Ansiedlung des Rechenzentrums sieht er einen weiteren Standortvorteil, um neue Firmen auf das Areal zu locken. "Und um den Firmen, die schon hier sind, die bestmöglichen Voraussetzungen zu bieten." Neue Arbeitsplätze werden durch das Rechenzentrum (zumindest vorerst) nicht in Lahr geschaffen, sondern bei der Leitwerk AG mit Hauptsitz in Appenweier.
Leitwerk-Gruppe

Die Leitwerk-Gruppe sieht sich als Partner der regionalen Wirtschaft für IT- und Kommunikationslösungen in Baden und im Elsass. Sie strukturiert sich in diesem Jahr neu und firmiert dann unter dem Dach der Novellus Holding AG. Am Hauptstandort in Appenweier sowie an sechs weiteren in Freiburg, Achern, Karlsruhe, Mannheim Potsdam und Straßburg betreuen 370 Mitarbeiter mittelständische Firmen sowie internationale Großkonzerne, öffentliche Einrichtungen und Freiberufler.

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