Nach Corona

Neustart für die Familienhelfer beim Kinderschutzbund Schopfheim

Nicole Rosenthal

Von Nicole Rosenthal

Di, 30. Juni 2020 um 08:33 Uhr

Schopfheim

Die Arbeit der Familienpaten beim Kinderschutzbund Schopfheim läuft nach Corona wieder. Die Organisatoren suchen weiter nach Freiwilligen, die sich engagieren wollen.

Nicht immer stehen Familienangehörige oder Freunde zur Verfügung, wenn Familien Nachwuchs bekommen. In manchen Fällen ist dann Unterstützung hilfreich. Beim Kinderschutzbund Schopfheim gibt es dafür die Familienpaten. Sie stehen Familien mit Kindern als Unterstützer und Berater zur Seite. Die Corona-Krise hat auch diese Arbeit bis Mitte Juni praktisch unmöglich gemacht – doch nun ist sie wieder angelaufen.

40 Paten begleiteten im vergangenen Jahr 62 Familien

Der Kinderschutzbund Schopfheim ist seit 2010 Träger des Projektes Frühe Hilfen: Familienpaten, das sich an Familien im Landkreis Lörrach richtet in denen mindestens ein Kind jünger als drei Jahre ist. Das Projekt ist sehr erfolgreich. 2019 gab es 40 ehrenamtliche Familienpaten im Landkreis Lörrach, 62 Familien wurden begleitet. Im September beginnt in Schopfheim ein neuer Kurs zur Ausbildung von Familienpaten. "Ich bin als Koordinatorin bei einigen Einheiten der Kurse dabei, führe die Erstgespräche, erkläre welche Anforderungen auf die zukünftigen Familienpaten zukommen und welche Voraussetzungen sie erfüllen müssen wie zum Beispiel die Abgabe eines erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses und Erfahrung mit Kindern", erklärt Anja Sethmann-Laudert, Ansprechpartnerin für die Familienpaten beim Kinderschutzbund.

Während Corona wollten viele Familien keinen Kontakt

Die Corona-Krise hat sich natürlich auch auf die Arbeit der Familienpaten ausgewirkt. In den ersten Wochen der Pandemie beschränkte sich der Kontakt auf Telefonate, WhatsApps oder E-Mails. "Die meisten Familien hatten dafür Verständnis und wollten in dieser Zeit oft selber keinen persönlichen Kontakt", berichtet die Familienpatin. Mittlerweile dürfen die Paten wieder den persönlichen Kontakt mit den Familien aufnehmen. Die Öffnung der Schulen am 15. Juni war für einige der Startschuss, die Familien wieder zu begleiten.

Der aktuelle Familienpaten-Kurs wurde verschoben und begann nun am 15. Juni in kompakterer Form unter Einhaltung aller Hygiene-Richtlinien. Auch die Teilnehmerzahl wurde begrenzt, um in den Kursräumen den Mindestabstand einhalten zu können. Im Kurs lernen die zukünftigen Familienpaten unterschiedliche Themenbereiche kennen. So ist zum Beispiel ein Erste-Hilfe-Kurs am Kind ein Bestandteil. Entwicklung und Bedürfnisse von Kindern sind ein weiterer Themenschwerpunkt. Die Familienpaten werden darin geschult, das Positive in den Familien zu sehen und die Familien darin zu bestärken.
INFO

Interessenten für die Tätigkeit als Familienpaten können sich gerne melden unter Tel. 07622/6 39 29 oder per E-Mail: familienpaten@kinderschutzbund-schopfheim.de. Unterstützung suchende Familien wenden sich an die Fachstellen Frühe Hilfen in Lörrach, Rheinfelden, Weil am Rhein und Schopfheim.

Ansprechpartnerinnen: Viola Frei (Lörrach), Christine Sautter (Rheinfelden), Beate Schapfel (Schopfheim), Svenja Bauer (Weil am Rhein); Tel. 07621/410 5333. Dienstag-Donnerstag 9-12 Uhr persönlich besetzt (ansonsten AB); Mail: fruehehilfen@loerrach-landkreis.de,  www.loerrach-landkreis.de/fh oder per Post an Deutscher Kinderschutzbund Ortsverband Schopfheim, Wehrer Straße 5, 79650 Schopfheim; Ansprechpartner: Anja Sethmann-Laudert und Anna Homberg. Tel. 07622/639 29 Montag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr.

"Menschen und Familien, die Hilfe suchen, sind extrem unterschiedlich", sagt Anja Sethmann-Laudert. So gebe es zum Beispiel Familien, die mit dem zweiten oder dritten Kind überfordert seien, "alles ist oft anders, als man es sich vorgestellt hat". Oft seien auch Menschen in die Region zugezogen, haben keine Familie in der Nähe und keinen Freundeskreis. Oder es gebe alleinerziehende Mütter, die Unterstützung im Alltag brauchen, weil sie isoliert leben. "Oft reichen schon einige Monate Begleitung in einer bestimmten Phase, zum Beispiel bei einem Schreibaby. Dafür sind die Eltern oft sehr dankbar", berichtet die Koordinatorin. "Die Familien können sich direkt bei uns melden oder bei den Fachstellen Frühe Hilfen des Landratsamtes in Schopfheim, Lörrach, Weil am Rhein oder Rheinfelden."

Darüber hinaus berichtet Anja Sethmann-Laudert von die Menschen, die sich als Familienpaten engagieren: "Es sind ganz unterschiedliche Menschen, die als Familienpaten arbeiten. Dieses Ehrenamt ist zeitlich überschaubar mit zwei bis drei Stunden in der Woche. Wir bieten auch nach der Ausbildung eine engmaschige Betreuung für die Familienpaten an." So gebe es eine monatliche Teamsitzung, um sich anonym über die Einsätze und die Erlebnisse auszutauschen, sowie regelmäßige Supervisionen. Im September wird es einen neuen Kurs geben. "Wir können noch gut neue Paten brauchen", sagt Anja Sethmann-Laudert. "Die Nachfrage ist groß."