Planung für das Naturschwimmbad Kappel kann beginnen

Ralf Morys

Von Ralf Morys

Sa, 01. Februar 2020

Lenzkirch

Schwimmbadförderverein Kappel macht den Weg frei und spendet 20 000 Euro für Planungskosten / Im Investitionsplan stehen jetzt 40 000 Euro dafür bereit.

LENZKIRCH (rys). Bei der Beratung des Investitionspakets der Gemeinde gingen die Gemeinderäte ins kleinste Detail wie bei einem PC für 1500 Euro fürs Rathaus, der auf 2021 verschoben wurde. Teils kam es auch mit einigen Vereinsvertretern auf den Besucherstühlen zu neuen Deals. Im ursprünglichen Investitionspaket für 2020 wurde so eine Million Euro gestrichen. Obwohl nur die nötigsten Projekte zur Ausführung kommen sollen, erfordern die Vorhaben dennoch einen Kreditbedarf von 1,3 Millionen Euro.

DRK-Haus und Jugendraum
Im früheren Feuerwehrgerätehaus nutzt nun der DRK-Ortsverein das Untergeschoss und im ersten Obergeschoss entsteht ein Jugendbereich. Die Wundstiftung ermöglicht die Möblierung des neuen Jugendraums, der im Frühjahr eröffnet werden soll. Das DRK plant den Anbau einer Garage, damit ein zweites Fahrzeug in Reihe geparkt werden kann. Kosten: 25 000 Euro. Die Frage war, übernimmt die Gemeinde die Baukosten oder nicht. "Es ist eine Freiwilligkeitsleistung und nicht Aufgabe der Gemeinde. Diese hat sich mit etwa 150 000 Euro schon eingebracht", betonte Bürgermeister Graf. Werner Grüninger wollte "nicht kleinlich sein, denn die First Responder leisten viel." Karin Mahler meinte, das DRK brauche die Garage und würde für deren Bau weitere 15 000 Euro beisteuern, habe der Vorstand beschlossen. Damit fand der Garagenbau seine Aufnahme in das Investitionspaket 2020.

Freibad Kappel
Besonders lange diskutierte das Gremium über das Freibad Kappel, dessen Umwandlung in ein Naturschwimmbad, eine Verschiebung auf den St. Nimmerleinstag drohte. Am Ende zierte den Investitionsplan 2020 eine Planungsrate in Höhe von 40 000 Euro.

Ursprünglich eingestellt waren Planungskosten von 65 000 Euro. Grob kalkuliert ist die Modernisierung mit etwa 835 000 Euro. Der sehr rührige Schwimmbadförderverein Kappel möchte sich mit 130 000 Euro einbringen und mit Eigenleistungen von weiteren 130 000 Euro zum Gelingen beitragen. Aus der Tourismusförderung wird auf einen hohen Zuschuss gehofft, so dass der Gemeinde Lenzkirch etwas mehr als 400 000 Euro verbleiben würden.

Sollte der Planer beginnen, auch wenn "die Umsetzung weit weg ist ?", wollte Bürgermeister Graf wissen. "Offen sei, ob 835 000 Euro reichen, denn es sei schwer, realistische Zahlen zu erhalten, weil sehr vieles noch vage ist", meinte Graf. "Es ist eine wahnsinnige Summe und eine Belastung der Abschreibungen." Graf regte an, das Projekt in die nächsten Jahre zu verschieben. Sofortige Zustimmung fand dieser Vorschlag bei Herbert Kaiser, der "die heilige Kuh" auf den Prüfstand stellte. "Wir wollten unterstützen, haben aber keinen Grundsatzbeschluss dafür", meinte Kaiser und sprach sich dafür aus, das Projekt auf 2024 und folgende Jahre zu verschieben.

Felix Drathschmidt sagte, der Schwimmbadförderverein habe kräftig Spenden gesammelt, nach dem der Gemeinderat die Absicht erklärte, das Freibad Kappel in ein Naturschwimmbad umzuwandeln. Auch das Planungsteam sei sehr eifrig. Der Verein könne auch aus seinen Spenden etwas für die Planung beisteuern. Die Umsetzung könnte man schieben, aber die Planung sollte in 2020 erfolgen, so Drathschmidt. Kappels Ortsvorsteher Berr erinnerte, dass der Gemeinderat das Startzeichen gegeben habe, obwohl auch im alten Haushalt kein Geld war. Der Förderverein habe 1000 Mitglieder, Bürger bringen sich ein, deshalb sollte es jetzt kein zurück geben.

Der Grundsatz steht – wir wollen sanieren. Mit Blick auf rote Zahlen im Gemeindewald und einbrechende Steuern wollte Graf die Planungskosten in 2021 ansetzen. Johannes Metzger regte an, die Planungskosten auf das Nötigste zu reduzieren, aber anfangen was zu tun und nicht das Wort brechen.

Im Zuschauerraum saßen auch die Vorsitzende des Schwimmbadfördervereins Sarah Leufke und Florian Schlosser und sie informierten, dass laut Planerteam in diesem Jahr nur 40 000 Euro benötigt würden. Der Förderverein würde 20 000 Euro beisteuern, um das wichtige Signal, die Planung beginnt zu bekommen. Für die weiteren Spenden sei dies immens wichtig. Ans Kulturhaus Raitenbuch erinnerte Johannes Metzger. Nur dank fertiger Pläne in der Schublade konnte damals die Leader-Förderung schnell abgerufen werden. Die Planung hätte den Vorteil, dass man wisse, was es wirklich kostet, meinte Graf und stellte zur Abstimmung die Planung in 2020 oder 2021 einzustellen. Mehrheitlich stimmte der Gemeinderat für eine Planung in diesem Jahr. So stehen nun 40 000 Euro als Planungsrate im Investitionsplan 2020.