Großeinsatz in Achern

Polizei schoss auf Angreifer mit Messer: noch etliche Fragen offen

dpa, mimo

Von dpa & mimo

Mo, 11. Mai 2020 um 14:14 Uhr

Achern

Ein Mann bedrohte Polizisten in Achern mit einem Messer – diese feuerten Schüsse ab. Der Verdächtige kam mit Beinverletzungen ins Krankenhaus. Auch am Tag nach dem Vorfall sind noch Fragen offen.

Wie berichtet, erlitt am Sonntagabend ein Mann eine Verletzung durch eine Polizeikugel. Wer wann und warum wie viele Schüsse abgegeben hat, ist unter anderem Gegenstand der Ermittlungen, so ein Polizeisprecher.

Auch weil die Polizeiauskünfte aufgrund noch nicht abgeschlossener Ermittlungen Fragen aufwerfen, schossen in den sozialen Netzwerken die Spekulationen ins Kraut: Ein Polizist sei verletzt worden, andere erklärten, dass ein Reichsbürger auf der Flucht sei.

Nichts davon sei korrekt: Wie die Polizei berichtet, erreichte die Rettungsleitstelle am Sonntag gegen 18 Uhr ein Notruf. Eine Anwohnerin berichtete von "Brandgeruch" in einem Mehrfamilienhaus in der Acherner Omerskopfstraße. Die Feuerwehr wollte in einer Wohnung nach dem vermuteten Brandherd suchen. Wie der Kommandant der Feuerwehr berichtete, habe der Bewohner gedroht, die Feuerwehrleute umzubringen. Die Wehrmänner zogen sich zurück und überließen das weitere Vorgehen der Polizei.

Wie viele Beamte wie viele Schüsse abgegeben haben, ist nach den Worten eines Polizeisprechers noch nicht geklärt.

Die musste die Wohnung offenbar gewaltsam öffnen. Nach Darstellung von Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium habe der Mann die Polizisten beim Betreten der Wohnung angegriffen. Die Beamten reagierten mit dem Einsatz von Pfefferspray. Im Bericht heißt es: "Im weiteren Verlauf trat ihnen der Tatverdächtige mit einem Messer entgegen, worauf die Beamten mehrere Schüsse abgegeben haben." Wie viele Beamte wie viele Schüsse abgegeben haben, ist nach den Worten von Polizeisprecher Rüdiger Schaupp noch nicht geklärt.

Polizisten erlitten durch Pfefferspray Reizungen

Der Verletzte wurde zunächst durch den Rettungsdienst am Bein behandelt und in eine Klinik gebracht. Die eingesetzten Polizisten erlitten durch Pfefferspray Reizungen, blieben ansonsten unverletzt. Im Einsatz waren ausschließlich Beamte des Polizeireviers Achern/Oberkirch – Gerüchte, nach denen ein Sondereinsatzkommando aktiv werden musste, bestätigt das Präsidium nicht; allerdings hatten die Beamten die sogenannte Amok-Ausstattung mit Maschinenpistole, Helm und Schutzweste angelegt.

Ein Grund für den "Brandgeruch" wurde in der Wohnung des Verletzten nicht gefunden.

Die Kripo hat die Ermittlungen in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Baden-Baden übernommen. Was den Mann bewegt hatte, die Feuerwehrleute und die Polizisten zu bedrohen, ist noch nicht bekannt. Ein Grund für den "Brandgeruch" wurde in der Wohnung des Verletzten nicht entdeckt.